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Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

, von  Daniel Alexander

Ende unserer Minie-Serie zur Frage Kosovos: Perspektive für die Zukunft.

Autoren

Februar 2008 hat Kosovo mit der Unterstützung der USA, seine Unabhängigkeit erklärt. Manche EU-Länder, wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland, haben es sofort anerkannt, während andere, wie Spanien und Rumänien, die Unabhängigkeit für Rechtswidrig erklärt habe.

Die Unabhängigkeitserklärung und die europäische Reaktion.

Deswegen hat die EU keine einheitliche Position in dieser Frage, was aber nicht unbedingt schlecht ist, weil die EU immer noch Beitrittsverhandlungen mit Serbien führen kann. Auch moderierte serbische Politiker haben nämlich erklärt, sie würden die Beitrittsverhandlungen abbrechen, wenn die EU Kosovo anerkennt. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Europa auf eine solche Frage gespalten ist: als Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit erklärt haben, haben Deutschland und Österreich es sehr schnell anerkannt, obwohl eine solche Anerkennung gegen die bisherige völkerrechtliche Praxis war.

Realpolitik und Völkerrecht

Es ist interessant zu merken, dass die Anerkennung oder Nichtanerkennung des Kosovos von den europäischen Staaten, obwohl es eine der wichtigsten völkerrechtlichen Debatten unserer Zeit ist, hängt viel mehr von der Politik jedes Landes als von ihrer Vorstellung des Rechtes ab. Länder wie Frankreich und Großbritannien, zum Beispiel, die scheinbar keine Probleme mit Minderheiten haben und der USA sehr nah sind, sowie Deutschland und Österreich, die schon sehr schlechte Beziehungen zu Serbien hatten, haben sofort anerkannt. Auf der andere Seite, Länder wie Spanien und Rumänien, die riesige Problemen mit ihren Minderheiten haben, so wie Zypern, dessen Norden seit 35 Jahre unter türkische Besatzung und Kolonisierung leidet, haben bekannt gegeben, dass sie Kosovo nie anerkennen werden.

Die Konsequenzen für die EU-Erweiterung

Die Folgen der Unabhängigkeitserklärung Kosovos und ihre Anerkennung durch viele europäische Staaten bleiben unklar. Sicher ist aber, dass es die politische Tätigkeit der EU deutlich schwieriger machen wird. Als erstes kommt die Frage der EU-Beitritt: Serbien ist im Gang, die EU beizutreten in den nächsten 10 oder 15 Jahren, aber mit welchen Grenzen wird Serbien beitreten? Mit oder ohne Kosovo? Dazu kommt auch die Tatsache, dass Kosovo die EU wahrscheinlich nie beitreten wird ohne ein Abkommen mit Serbien, weil mehrere EU-Mitglieder, insbesondere Zypern, die einseitige Unabhängigkeitserklärung immer als rechtswidrig sehen, ob es um die Interessen Serbiens oder des Völkerrechts geht oder nur um Angst vor dem Präzedenzfall. Schwieriger wird auch die Rechtfertigung humanitäre Angriffe: Serbien hat der internationalen Präsenz im Kosovo nur zugestimmt, weil die Region Teil Serbiens blieb, und wenn auch unter diesen Bedingungen die Unabhängigkeit erklärt und anerkannt werden kann, werden andere Länder mehr Gründe haben, den Eingriff internationale Friedenstruppen auf ihren Territorien abzulehnen. Die EU wird auch die Grenzstabilität anderswo weniger effektiv verteidigen können, insbesondere in Südossetien und Abchasien, obwohl die dortige Situation fast identisch ist mit der Situation Kosovos, bis auf die Tatsache, dass die „Friedenstruppen“ unter russischer, und nicht amerikanischer Führung sind.

Die praktische Durchsetzung der Unabhängigkeit

Fraglich bleibt auch die Fähigkeit des Kosovos als unabhängiger Staat. Die Arbeitslosigkeit ist einer der höchsten in der Welt: Armut ist ein grosses Problem, und ohne die finanzielle Hilfe von Kosovoalbanern im Ausland wäre die Situation noch viel schlimmer. Die Region hat sehr wenige Industrie, und auch zur Zeit Titos war Kosovo das ärmste Teil Jugoslawiens. Dazu ist der größte Arbeitsgeber der Camp Bondsteel, größte Einrichtung der amerikanischen Armee in Europa. Kosovo wird auch fast keinen internationalen Organisationen beitreten können, wegen des Vetos Serbiens, Russlands oder Zyperns, was eigentlich unter der serbischen „weitgehenden Autonomie“ möglich gewesen wäre. Alle diese Tatsachen, so wie die erhebliche Macht der internationalen Präsenz im Kosovo, lässt man sich fragen, in wie fern man von einer wahren Unabhängigkeit sprechen kann.

Welche Zukunft für den Kosovo ?

Die Frage des Kosovos ist seit mehr als 10 Jahren eine der Quellen von Unsicherheit auf dem europäischen Kontinent. Die Unabhängigkeit sollte diese Frage lösen, aber diese Hoffnung wurde sehr schnell enttäuscht. Die Krise im Kosovo zeigt, dass das Gewalt, auch mit einem als gerecht empfundenen Ziel, machtlos ist, den Frieden zu bringen im heutigen Europa. Daher kommt die Stärke der EU als wirtschaftliche und politische Organisation: die europäische Integration des Westbalkans scheint die einzige Möglichkeit zu sein, um die Krise zu lösen. Die Serben hätten wieder den freien Zugang zu das Land, die für sie geschichtlich so wichtig ist, und die Kosovoalbaner könnten endlich Teil eines sicheren, wirtschaftlich fähigen und weltweit anerkannten Staatsgebildes sein. Wie ein junger Bekannter des Autors (dessen Nationalität ich mit Absicht nicht erwähne) gesagt hat, „wir werden so wie so in 10 oder 15 Jahren alle in der EU sein“.

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P.S.

Bild: Mischung von Bilder über den Kosvo-Krieg. Quelle: Wikipedia.

Ihr Kommentar

  • Am 3. September 2009 um 14:07, von  Sale Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ein Top Beitrag und sehr wahrheitsgemäß. Ich ziehe meinen Hut!!! Manchen Leuten sollte man die Augen öffnen. Man sollte der Wahrheit ins Gesicht schauen und nicht daran vorbei laufen. Ohne Serbien ist das Kosovo einfach nicht überlebensfähig. Werden die Geldhähne im Kosovo zugedreht von der EU, werden erneut Spannungen auftreten. Und wer die Schuld bekommt, ist wie immer Serbien. Es nicht einmal möglich mit den Kosovoalbanern auf diplomatischem Wege zu verhandeln wie man immer wieder in etlichen Berichten erkennen kann. Die Habgier von manchen Politikern ist einfach zu Groß! Das Kosovo wird auch niemals, solange es unter der Obhut von Albanern ist in die EU integriert werden. Es ist zwar traurig aber tatsache. Das Kosovo hat seit dem es sich für Unabhängig erklärt keine positiven Schlagzeilen gemacht. Eher das Gegenteil. Ist es wirklich, dass was die Einwohner aus dem Kosovo haben wollen? Und braucht die EU wiklich so einen Beitrittskandidaten? Geschweige von den Erfüllungen die getätigt werden müssen. Deshalb ist es kein Wunder, dass immer und mehr Kosovoalbanern den serbischen Pass beziehen wollen.

  • Am 3. September 2009 um 15:09, von  der nachdenkliche Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Herr Alexander,

    falls Sie meine Kommentare verfolgt haben komme ich nun zum dritten Teil Ihres Artikels. Und netterweise zu dem schönsten Teil Ihres Artikels. Denn hier war nicht so viel Geschichte im Spiel, also konnten Sie auch nicht viel falsches schreiben.

    Und genau in diesem Teil wird klar, wohin diese Diskussionsrunde führen sollte: in die Zukunft des Balkans!

    Zum Thema Abchasien und Ossetien: ich bin nicht einverstanden mit Ihnen, dass es identisch ist mit dem Fall Kosovo! Recherchieren Sie ruhig weiter. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe ohne es abstreiten zu wollen oder dementieren zu wollen, ob die Abchasen und Osseten Ihre Unabhängigkeit verdienen oder nicht. Das ist ein anderes Thema. Aber identisch mit Kosovo? Die Bahauptung ist fragwürdig!

    Zum Thema: Internationale Organisationen können mit einem Veto von Russland, Zypern oder Serbien ein Hindernis für Kosovo darstellen. Bin auch nicht der Meinung. Und ich denke die Zukunft wird zeigen, wer denn dann Recht hat.

    Denn wenn Kosovo von mehr als der Hälfte der UN-Staaten anerkannt wird, wird alles ins Rollen kommen und dann kann nicht ein einziger Staat oder ein paar Staaten alles blockieren. Kosovo braucht noch ca. 35-40 Anerkennungen, dann ist der Weg frei. Unterschätzen Sie diesen Fakt nicht.

    Zum Thema EU: Ich bin bei Ihnen!Oder Ihrem Bekannten.Die Zukunft von Westbalkan liegt in der EU!Es ist besser sowohl für die EU, als auch für den Balkan, der sich von seinen nationalistischen Wurzeln endlich trennen muss und sich selbst den Weg frei machen sollte für eine bessere und europäische Zukunft. Denn Balkan liegt rotzdem in Europa und nicht in Asien oder Afrika und ist somit eine europäische Angelegenheit.

    Ich hoffe Sie haben meinen Vorschlag am Ende meines zweiten Kommentars gelesen und behrzigt!

    Danke für den Versuch sich mit einer aktuellen Frage zu beschäftigen und einen Artikel zu schreiben und lassen Sie sich nicht von den Kritikern entmutigen. Aber, Sie können sich nur weiterentwickeln wenn Sie Kritik aufnehmen können. Deshalb nehmen Sie es sachlich, wenn ich es Ihnen sage, dass dieser Artikel das Kosovo-Problem sehr oberflächlich und nicht sachlich genug anspricht. Und glauben Sie mir, unterschätzen Sie den Balkan nicht! # Mit frundlichen Grüßen!

  • Am 3. September 2009 um 15:35, von  stan Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Sehr geehrter Autor,

    sicherlich verfolgen Sie ein ganz anderes Ziel mit Ihrem Artikel, als wir Leser es empfinden. Zumindest hoffe ich das, denn wenn Sie auch nur ansatzweise die Reaktionen der kosovarischen Opfer der Milosevic -Verbrechen, die hier zweifelsohne mitlesen, geplant haben, ist dies unverantwortlich für einen Journalisten.

    Wenn Sie jedoch nur die Unfähigkeit der EU in diesem Zusammenhang erörtern möchten, haben Sie teilweise sogar recht.

    In einem Punkt habe ich jedoch ’Bauchschmerzen’. Sie schildern, leider auch hier nicht korrekt, die Geschichte des Kosovo und versuchen es dem Leser zu überlassen, wer von den beiden Völkern, Serben oder Albaner, mehr Anrecht auf Kosovo hat.

    Dies ist überhaupt nicht interssant, denn:

    1. gibt es auf der ganzen Welt ungerechte territoriale Aufteilungen 2. sind Grenzen beinahe überall auf der Welt häufig neu gezogen worden das, die Tatsache, wer zuerst wo war, aus heutiger Sicht nicht nachweislich geklärt werden kann.

    Einige Fakten bestehen jedoch: 1. Die heutigen Serben sind erst seit dem 6 Jhd. auf dem Balkan angekommen und haben dort die Illyrer vorgefunden. Es sind genau die Illyrer, die von den Griechen als Albanoi bezeichnet wurden. 2. Die heutigen Serben sagen, das sie nicht von den Illyrern abstammen 3. Die ALbaner behaupten, das sie von den Illyrern abstammen 4. Die Serben ähneln in ihrer Sprache eher den Russen, als den im Balkan ansässigen anderen Völkern Der einzige Punkt, der noch bewiesen werden muß ist, ob die heutigen Albaner tatsächlich von den Illyrern abstammen oder nicht. Im Übrigen wird es tatsächlich von einigen bezweifelt, aber prüfen Sie bitte nach, wer das bezweifelt und wer es für wahrscheinlich hält. Daraufhin erhalten Sie bereits heute ein zahlenmäßiges Verhältnis, und stellen fest, das die meisten Wissenschfatler, die sich diese Frage gestellt haben, durchaus davon überzeugt sind, das die Albaner die Nachfahren der Illyrer sind.

    Dennoch ist auch dieser Beweis unwichtig: Wichtiger ist die Tatsache, das Serbien einen kriminellen Plan hatte, möglichst viele Albaner aus dem Kosovo zu vertreiben oder gar zu töten. Und dies lieber Autor kann bewiesen werden!! Demnach ist es für die albanische Bevölkerung Kosovos eine Zumutung, weiter unter serbischer Herrschaft zu leben. Gott sei dank, haben das alle wichtigen Länder dieses Planeten erkannt und sich für die einzige Lösung entschieden, die Bombardierung Belgrads. Alles Andere hatte ja nachweislich keinen Erfolg gebracht.

    Sie werden die Kosovo-Frage also nicht auf historischen Gegebenheiten beantworten können, sondern lediglich dadurch das sie die Mehrheit der in Kosovo lebenden Menschen fragen, was sie wollen! Das ist es, was in einer gerechten Welt zählt und nicht irgendeine Politik basierend auf „höhrensagen etc. ...“

    Danke

  • Am 4. September 2009 um 10:05, von  Fadil Maksutaj Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Es st einfach ein Artikel zu schreiben und dabei wieder das zu tun was alle tun, nichts, ihr artikell, redet um den Brei, besagt nichts und wiederholt alles seit der 90 jahren gesagt wird über die EX Jugoslawien. Konkret, sollte ihr artikel sein, mit fakten, ja finden sie die Unabhängigkeit schlecht und Völkerwiedrig oder gut und Völkerrechtlich, der Auto der da sagte; Am ende sind wir alle in Eu, sagt nichts ausser wie dum die Menschen sein Können, Milionen gestobern für nichts! Is den das auch so? Nein, in Ballkan herrscht heute noch der Wunsch, Nationalistischen Serben alles zurück zu erobern, Gross Serbien zu Gründen und Herrschen. All diese Mensche die Gestorben sind, starben weil sie Kroaten, Slowenen, Bosnier oder Albaner waren, getötet von Serbischen Arme und Serbischen Hobby Killern. Europa sah untätig zu. USA zwang EU zum Handeln, ist ja klar die EU ist ja auch in Krieg, Baskische Frage ist immer noch nicht geklärt, EU Länder Unterdrücken Minderheiten, verbieten Ihre Muttersprache, Völker wie die Tchamen in Griechenland sind bald Ausgerotet, EU sieht immer noch ZU. Das nenne ich ein Gebilde das keinen Funktion hat, eine Blase die platzen wird.

    Liebe Gruss Fadil aus der Schweiz

  • Am 5. September 2009 um 02:28, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Kosovo war nie teil Serbiens.Bis 1912 Kosovo war unter Osmanische reich.Nach rückzug der Turken sind die serben in Kosovo rein marschiert und ganze land okupiert und viele albaner vertrieben.Das selber ist auch in zweiten welt krieg passisert mit viele viele vetriebene und tote zivilisten.Unten Tito Kosovo war teil Yugoslawiens mit veto recht genau so wie Slowenien,Kroatien,Macedonien.Nach Titos tot sind die serben wieder in Kosovo marschiert mit gewalt und 1998-99 haben mehr als 1milion Albaner vetrieben und ganze land zestört.Um das zu verhindern war die NATO gezwungen Serbien zu bombardieren und ein katastrofe zu verhindern.Von 1999 bis 2008 Kosovo war UN protektorat und seit 17 Februar 2008 ist ein unabhängiger statt von die wichtigsten länder der welt anerkannt.Kosovo heute ist garant für frieden und stabilitet in balkan und Europa.Serbien versucht mit jeder mittel die integrität und suverenität des Kosovo zu zestören aber ohne erfolg.

  • Am 7. September 2009 um 23:21, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Danke für ihre Kommentare. Ich bin sehr froh, dass Sie sich so viele Mühe gegeben haben. Zu Abchasien und Südossetien, sowie zum Veto bei internationalen Organisationen, möchte ich nur sagen, dass das Völkerrecht (so wie das Recht allgemein) geht sehr wenig darum, wer moralisch Recht hat, und sehr viel darum, wer die bessere Argumenten und die stärkere Machtstellung hat. Es zählt nicht viel, ob man das Kaukasus mit dem Balkan als Historiker oder Politikwissenschaftler vergleichen kann: was zählt, ist dass ein ständiges Mitglied des Sicherheitsrats es glaubt, und die Mittel hat, alle Entscheidungen die es widersprechen zu blockieren. Nach 2 Semester Jura habe ich gelernt, Recht und Gerechtigkeit nicht zu verwächseln.

  • Am 8. September 2009 um 00:51, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Danke für ihre Kommentar. Obwohl es nicht das Wesentliche ist, möchte ich ein Paar Wörte zu der Geschichte sagen. Ich habe gewählt, die Geschichte erst ab dem Mittelalter zu erzählen, weil das, was vorher war, schwer festzustellen ist. Als Beispiel: die Griechen haben „Albanoi“ als Exonym benutzt, aber das heisst nicht, dass es das gleiche Volk ist heute - auf jedem Fall gilt das nicht für Mazedonien! Die illyrische Hypothese wird nicht kritisiert aus anti-albanischen Gefühlen, sondern weil die sprachliche und geschichtliche Beweise unklar sind. Und übrigens sagen die Serben nicht, sie seien Illyrier, die Kroaten aber schon!

    Und ja, die serbische Sprache ist ähnlich an Russisch - aber viel mehr an Kroatisch und bulgarisch, weil die Serben, so wie mehr als ein Drittel der Balkaner, Slaven sind. Es würde mich interessieren, von welchen Sprachen der „im Balkan ansässigen anderen Völker“ Sie sprechen - sowohl Slaven als Albaner sprechen ein Satem-indoeuropäische Sprache, und diese Gruppe kommt ursprünglich aus Westasien. Die Rumänen sprechen eine Centum-Sprache, die allerdings ohne Zweifen von Italien transplantiert wurde vom römischen Reich. Das einzige „anderes Volk“ sind also die Griechen. Ich verstehe also nicht, was Sie mit diesem Vergleich meinen.

    Lassen wir die Geschichte aber den Historikern, und befassen wir uns mit der Gegenwart. Meine Bemerkung, dass Kosovo mehr Unabhängigkeit in Serbien haben würde war nur das - eine Bemerkung, und kein Vorschlag. Natürlich werden die Albaner von Kosovo nie eine serbischen Herrschaft akzeptieren. Ebensowenig werden die Serben von Kosovo eine albanische Herrschaft akzeptieren, obwohl sie es wahrscheinlich mussen wenn sie dort bleiben wollen, weil die Mehrheit in einer Demokratie immer Recht hat.

    Wenn Sie von einem serbischen Plan sprechen, der die Albaner von Kosovo vertreiben oder töten sollte, meinen Sie die vermutliche „Operation Hufeisen“? Jeder weiss, dass die Serben Zivilisten angegriffen haben, aber dass sie alle Albaner aus Kosovo vertrieben wollten glaube ich einfach nicht. Wenn Sie Beweise dafür haben, würde ich sie mit Interesse lesen, und meine Meinung ändern, wenn es erscheint, dass meine Behauptung falsch war. Bis jetzt habe ich aber keine solche Beweise gesehen, obwohl ich viele Quellen angeschaut habe. Im Gegensatz scheint es mir, dass eine solche Unternehmung unmöglich wäre, und dass Milosevic davon sicher bewusst war. Er war ein Diktator und ein Kriegsverbrecher, aber kein Idiot. In der „serbischen Republik Bosnien“ hat man solche ’ethnische Säuberung’ versucht (die Serben waren nicht die einzigen, aber schon die zahlreichsten Täter), und da waren die Bedingungen dazu viel besser geeignet, als im Kosovo. Die Serben waren dort eine Mehrheit, und sehr radikalisiert: Milosevic und Serbien selber mussten fast nichts machen, nur Waffen den bosnisch-serbischen Milizen geben und tun, als ob sie nicht wussten wozu diese Waffen gedient haben. Wenn es in Bosnien nicht funktionniert hat (die „serbische Republik“ hat sehr wenige tatsächliche Macht, und wird sich nie mit Serbien vereinigen), warum würde Milosevic so etwas in Kosovo versuchen, wo die Serben höchstens 10% der Bevölkerung waren, und wahrscheinlich deutlich weniger? Ich sage nicht, dass es nicht wahr sein kann, nur dass es mir logisch unwahrscheinlich scheint, und dass ich keine Beweise dafür gefunden habe.

  • Am 8. September 2009 um 01:06, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Gut und völkerrechtswidrig, geht das nicht? Schade. Meiner Meinung nach wäre es die einzige Antwort, die erkennt beide Wahrheiten: die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Kosovos sind Albaner und sollen ihre Selbstbestimmungrecht irgendwie ausüben dürfen, aber das Gebiet war ein Teil Serbiens und ist (noch) nicht unabhängig geworden nach den Regeln des Völkerrechts. Genau deshalb kann man nicht sagen, die Unabhängigkeit sei absolut gut oder schlecht. Jeder kann sich seine Meinung bilden, aber es wird nur eine Meinung sein.

    Sie überraschen mich, wenn Sie sagen, die Serben wollen ein „Grossserbien“ wiedererrichten durch Gewalt. Tadic hat versprochen, kein gewalt gegen dem Kosovo zu benutzen, und die Serben haben mehrheitlich pro-europäisch in den letzten Wahlen gewählt (davon 10% für eine Partei, die die Unabhângigkeit Kosovos anerkennen will!!!). Können Sie sagen, dass keiner von „Grossalbanien“ träumt? Überall, wo mehrere Völker auf dem gleichen Gebiet leben, gibt es Grenzkonflikte. Und nicht alle starben, weil sie Bosniaken, Albaner oder Kroaten waren: sehr viele sind auch gestorben, weil sie Serben waren! Es ist leicht, die Serben als einzige Täter zu bezeichnen und alle andere als Opfer, aber es entspricht nicht der Wirklichkeit.

    Und Sie sprechen von „Millionen gestorben für nichts“. Ich stimme nicht zu. Wenn sie gestorben sind, damit ihre Kinder in Frieden und Freiheit eines Tages leben können, dann war es doch für etwas! Aber wenn es nur dafür war, damit jeder Serbe in einem serbischen Staat und jeder Albaner in einem albanischen Staat leben konnte, obwohl das mit der ethnographischen Grenzen völlig unmôglich ist, dann haben Sie Recht - die EU steht gegen solche Politiken, obwohl es sehr oft davon abhängt, welche Interessen sie im Gegend haben ...

  • Am 8. September 2009 um 01:24, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Wir können über Serben und Albaner in Jugoslawien und im osmanischen Reich unendlich sprechen. Jeder sagt, die einen haben die anderen vertrieben oder ermordet, und ohne Zweifel ist es für beide Seiten wahr (ich will nicht versuchen zu raten, in welchen Massen). Sie vergessen aber, dass Kosovo doch im Mittelalter Teil Serbiens war, wie es von Historikern unbezweifelt festgestellt ist.

    Sie vergessen auch die 200 000 Serben und andere Minderheiten (Zahl von Human Rights Watch, die Serben sagen viel mehr, aber wahrscheinlich ist die erste Zahl der wahrheit näher), die nach 1999 Kosovo fliehen mussten, und trotz der demokratisch und tolerant aussehenden Verfassung des unabhängigen Kosovos Angst haben, wieder nach Hause zu kommen. Man kann nicht ein Volk als das Böse und ein anderer als das Gute bezeichnen - so funktionniert es halt nicht. Übrigens versucht Serbien nicht „mit jeder Mittel“ Kosovo zu zerstören: sie haben sich zu allen friedlichen Mitteln verpflichtet, was schon eine deutliche Eingrenzung ist.

    Und ja, Kosovo ist von vielen Ländern anerkannt, einschliesslich von der USA und den meisten europäischen Ländern. Es gibt aber 2 Anerkennungen, die wesentlich wären und die noch nicht gekommen sind. Die erste wäre die Anerkennung durch die Mehrheit des Sicherheitsrats, einschliesslich ALLE ständige Mitglieder (also Russland und China). Die zweite wäre die Anerkennung durch Serbien. Bis Kosovo von den einen oder den anderen anerkannt wird, kann die Situation nur Unsicherheit bringen, obwohl die meisten Leute im Kosovo wahrscheinlich nur friedlich und sicher in ihrem Land wohnen wollen.

  • Am 8. September 2009 um 13:11, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Hr. Alexander hier kann mann ja sehen dasd sie nicht neutral sind aber das ist egal.Nur noch eins laut serbische statistiken bis 1991 in Kosovo haben 190000 serben gelebt obwohl diese zafl entspricht nicht der warheit weil es waren weniger.Jetzt in Kosovo leben mehr als 130000 serbrn.Wie kann es sein das in Kosovo mehr als 200000 serben vertrieben sind wo so viele nie da gelebt haben.Was Serben angeht das jetzt eine friedliche politik gegenüber Kosovo macht das ist auch nicht wahr,Serbien finanziert kriminele grupen in Kosovo und krieg kann nicht mehr machen weil die NATO da ist nicht weil wir jetzt mit ein andere Serbien zu tun haben.Wenn Serbien in EU kommen will dann muss die unabhänigkeit des Kosovo anerkennen.Die unabhänigkeit des Kosovo ist ein realitet und jeder muss das aktzeptieren.

  • Am 8. September 2009 um 14:31, von  dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Bei vernünftiger Betrachtung kann davon ausgegangen werden, dass die heutigen Albaner in einer Beziehung zu den antiken Illyrern stehen. Die bereits seit der Antike unterschiedlich definierten und klassifizierten Illyrer verkörpern hierbei nur einige von vielen Elementen, die zur albanischen Ethnogenese führten.

    Das Albanische ist der einzige Vertreter des sogenannten „MIA“-Sprachzweiges, zu dem auch die Illyrische Sprache zaehlt.

    Albanisch wird regelmäßig am Institut für Sprachwissenschaften der Universität Wien angeboten (Einführung, für Fortgeschrittene, Grammatik etc.), wo mit Prof. Heiner Eichner auch einer der besten Kenner des Illyrischen wirkt. Sein ausführlicher Beitrag „Illyrisch - die unbekannte Sprache“ in dem Begleitheft zur Ausstellung „Die Illyrer“ zeigt deutlich, daß sich die ältesten Hinweise auf illyrische Stämme im 6. und 5. Jh. v. auf die Gebiete im Hinterland von Epidamnos und Apollonia beziehen, also dem Gebiet des heutigen Albanien sowie Teilen des angrenzenden Montenegro und Kosovo, Mazedonien sowie Sued Epirus im heutigen Sued Griechenland.

    Die illyrische Sprache gehört zu den indogermanischen Sprachen. Mit Ausnahme des albanischen Raumes wurde das Gebiet der Illyrer weitgehend romanisiert. Zum Teil wurden erst in im 19. Jhdt. diese romanischen Sprachen ( romanisierte Illyrer/Albaner ), insbesondere Dalmatisch, durch slawische Sprachen verdrängt.

    Die historische Definition und aus Ethnologiescher Sicht sowie aus Linguistischer Sicht haben die heutigen Slawisch sprechenden Slowenen, Kroaten, Bosnier, Serben, Montenegriner wenig gemeinsam mit den antiken Illyrern.

    Die These ist schon lange wiederlegt !

    Die Vorkämpfer des südslawischen Nationalismus im 19. Jahrhundert behaupteten, dass ihre Völker von den Illyrern abstammen. Besonders verbreitet war diese These bei den Kroaten. Der südslawische Illyrismus postulierte die ethnische Einheit aller Südslawen, die nur in eng verwandte Stämme untergliedert seien. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts spielte die Illyrerthese für die südslawischen Nationalismen keine Rolle mehr, da es klar war, dass die Südslawen im 6. Jahrhundert aus dem Norden eingewandert waren.

    Auch wenn sie versuchen Gemeinsamkeiten anhand von Satem bzw. Kentum ( Centum ) Sprachen herzustellen, die jedoch nur entfernte Gemeinsamkeiten aufweisen, denn viele Sprachen auf der Welt haben sich irgendwann, irgendwo gegenseitig beinflusst. Linguisten vertreten die These, dass das Albanische eine zentrale Rolle im Balkansprachbund spielt. Was am Albanischen typisch für die Balkansprachen ist. "Dass der bestimmte Artikel im Rumänischen, Bulgarischen und Mazedonischen nachgestellt wird, ist vermutlich vom Albanischen ausgegangen.

    Es dürfte jedem klar sein, dass die antiken Illyrer und somit ihre Nachfahren die Albaner mit ihrer dem Griechisch, Römisch-Lateinisch verwandten Sprache nicht das mindeste mit den slawisch sprechenden Slowenen, Kroaten, Serben, Bosnier, Mazedonen, Montenegriner gemeinsam haben.

  • Am 8. September 2009 um 15:39, von  Future Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    sale zu deiner Frage: „Ist es wirklich, dass was die Einwohner aus dem Kosovo haben wollen?“...................die Einwohner des jüngsten Staates würden sich nur kurz an 10 Jahre zuvor erinnern- An das was dem albanischen Volk von einem fürchterlichen und kriminellen Regime angetan wurde und ganz klar antworten: JA das ist es was wir schon immer haben wollten -FREIHEIT-

    Im Klratext: Man ist nicht extrem glücklich mit der momentanen (wirtschaftlichen) Situation aber dafür muß man nicht mehr Angst um sein Leben haben......und das ist doch was!!!

    Ich kann mir gutvorstellen, dass für viele Leser hier nicht vorstellbar ist, dass in den 90´er Jahren eine Volk (das sich jetzt PRO-EU nennt) mit unmenschlicher Gewalt, Vertreibung, Vergewaltigung, Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit versucht hat ein Konflikt zu lösen bzw. Großserbien zu schaffen aber es war leider so....................nur ca. 2 Flugstunden von hier entfernt!!!

  • Am 8. September 2009 um 18:53, von  dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich muss echt sagen, das ich es Schade finde das man Ihnen Sprachzweige auflisten muss, damit sie Unterschiede erkennen koennen...

    Sprachzweige:

    - Armenischer Sprachzweig

    - Griechischer Sprachzweig

    - IMA Sprachzweig ( Illyrisch, Messapisch, Albanisch )

    - Keltischer Sprachzweig ( Manx, Irisch, Gaelisch, Bretorisch )

    - Romanischer Sprachzweig ( Latein, Italienisch, Spanisch, Franzoesisch, Portugisisch, Rumaenisch )

    - Germanischer Sprachzweig ( Deutsch, Englisch, Schwedisch )

    - Baltisch/Slawischer Sprachzweig ( Baltisch: Pruzzisch, Lettisch, Litauisch ) ( Ostslawisch: Russisch etc. ) ( Westslawisch: Polnisch etc. ) ( Suedslawisch: Bulgarisch, Serbisch, Kroatisch, Slowenisch, Bosnisch, Montenegrinisch, Mazedonisch )

    Falls sie erkennen koennen ist auch die Albanische Sprache eine voellig andere, genauso wie es die Griechiche Sprache ist.

  • Am 9. September 2009 um 19:48, von  dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Welches moralisches Recht hat denn bitte schoen Serbien ? bzw. welche Argumente haette denn Serbien ueberhaupt ?

    Ausser einer Schlacht auf dem Amselfeld im Mittelalter, die in Wirklichkeit nie so statt fand, wie es Serbische Historiker gerne behaupten, kann ich beim besten Willen kein weiteres Recht erkennen.

    Auch wenn sich manche Diplomaten in Ihrer Diplomatensprache ungluecklich geaussert haben ( Hufeisenplan ), der Krieg gegen die Kosovo-Albaner ist von langer Hand vorbereitet worden. Erste Hinweise gab es schon Ende 1997. Am 11. Februar 1998 wiesen Oppositionelle der ungarischen Minderheit aus der Vojodina auf einer Pressekonferenz in Novi Sad darauf hin, daß sie „unumstößliche Beweise“ dafür hätten, daß die Armee für einen Krieg im Kosovo mobilisiert werde. Am 5. März 1998, kurz nach Ausbruch der Kämpfe, protestierte UNHCR-Sprecher Mons Nyberg gegen die völkerrechtswidrige Rekrutierung serbischer Flüchtlinge aus Kroatien für den Armeedienst im Kosovo. Im Juni 1998 bestätigten Angehörige der ungarischen Minderheit aus der Vojvodina gegenüber der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), daß mehr als 300 ungarische Soldaten gegen ihren Willen im Kosovo im Einsatz wären.

    Die serbische Truppenstärke wurde auf bis zu 50.000 Mann geschätzt, die Kosten des Krieges betragen täglich schätzungsweise zwei Millionen US-Dollar. Auch Beutegut aus dem Bosnien-Krieg kommt zum Einsatz, so etwa im Sommer 1995 widerrechtlich erbeutete Panzerfahrzeuge der in Srebrenica stationierten holländischen UNPROFOR. Die Kampfhandlungen begannen am 28. Februar 1998 mit den Massakern in der Drenica-Region und dehnten sich rasch aus. Ab Mitte Juni kam der Krieg in den Zentralkosovo, Mitte Juli verschärften sich die Kämpfe in der Region Mitrovica und Prizren, am 14. Juli wurde im Süden in der Region Opoje an der Grenze zu Mazedonien serbischer Truppenaufmarsch beobachtet. Am 19. Juli feuerten die serbischen Truppen offenbar mehrere Granaten auch auf das Territorium des Nachbarstaates Albanien ab. Am 25. Juli starteten die serbischen Truppen schließlich eine Großoffensive im Zentralkosovo. Bei den Angriffen wurde offenbar gezielt gegen Zivilisten vorgegangen. Zwei von der „Kosova-Befreiungsarmee“ UCK an die OSZE überstellte Deserteure aus der jugoslawischen Armee bestätigten, entsprechende Befehle erhalten zu haben.

    Die Flüchtlingszahlen stiegen stetig. Von Anfang März und bis Anfang Juli waren nach Schätzungen der GfbV 160.000 Menschen auf der Flucht. Albanische Hilfsorganisationen gingen am 16. Juli bereits von 200.000 Flüchtlingen aus. Am 29. Juli schätzte die kosovarische Hilfsorganisation „Mutter Theresa“ in Malisheva die Zahl der Binnenflüchtlinge auf 263.000. Das wären mehr als zehn Prozent der Bevölkerung des Kosovo.

    Am Ende waren es weit ueber 1 Millionen Fluechtlinge.

    Mann kann nur von Glueck sagen das dieser Zustand fuer immer beendet ist und die Kosovaren in ihrem eigenen Staat leben koennen ohne fremden Staatsterror unterlegen zu sein. Alles andere waere Nonsens.

  • Am 9. September 2009 um 20:38, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich habe nichts anderes gesagt, nur auf einen Kommentar geantwortet, der mir nicht klar schien. Ich kenne schon die indoeuropäische Sprachzweige, und die verschiedene Theorien. Es ist fast ohne Zweifel, dass die Kroaten ebensowenig mit den antiken Illyriern zu tun haben, als die heutigen slavischen Einwohner Skopjes mit Alexander dem Grossen. Es ist auch klar, dass die Albaner, oder besser gesagt ihre Vorväter, irgendwoher aus dem Balkan kommen (Illyrien und Thrakien sind die meist verbreitete Theorien), und dass sie schon da waren, als die Südslaven vom heutigen Lausitz (oder „Weissserbien“) gekommen sind.

    Trotzdem bin ich neugierig, wie viele historische, kulturelle und sprachliche Kontinuität es eigentlich gibt (weil das Blut und die Kultur völlig andere Konzepte sind, und die Kultur viel wichtiger ist). Ausserdem wäre es interessant zu sehen, wann zum ersten Mal die heutige Bezeichnung „Shqip“ benutzt wurde, aus welcher Zeit die ersten Schriften auf Albanisch kommen, welche konkrete Zeichen von ununterbrochenen albanischer Siedlung im Kosovo es im Architektur, Ortsnamen usw. gibt, und wann der erste albanische Staat, oder ähnliches Gebilde, gegründet wurde.

    Falls es nicht klar ist, bringe ich diese Argumenten weder um die Unabhängigkeit Kosovos mit Geschichte zu bekämpfen (weil die Gegenwart schon unendlich wichtiger ist, und jeder weiss dass die albanische Mehrheit überwiegend ist und auf keinem Fall wieder unter serbische Herrschaft kommen will), noch um die balkanische Herkunft der Albaner zu verneinen, sondern nur um die Geschichte klarzustellen, und die Unterschieden zwischen der physischen Kontinuität einer Stamme oder einer Blutlinie und der historischen Kontinuität einer Kultur oder eines (tatsächlichen oder erwünschten) Staatsvolkes zu erwähnen. Auch wenn die Serben schon im Kosovo seit der Anfang der Welt gewesen wären würde es nichts an die Gegenwart ändern, wenn das heutige Kosovo überwiegend albanisch ist. Aber die Gegenwart soll auch nicht die Geschichte verändern dürfen.

  • Am 9. September 2009 um 20:56, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Im Gegensatz versuche ich, neutral zu sein. Ob es um Serben oder Albaner geht, benutze ich Statistiken von unabhängigen Quellen (obwohl ich sie manchmal mit ’abhängigen’ Quellen vergleiche, um zu sehen, was man denken lassen will).

    Ich muss aber feststellen, dass das Wort ’Serben’ sowohl ’Menschen serbischer Herkunft’ als auch ’serbische Staatsbürger’ heissen kann, und dass die Zahl von 200 000 der zweiten Definition entspricht. Diese 200 000 Flüchtlinge sind also vermutlich Mitglieder aller ethnischen Gruppen des Kosovos, die aus irgendeinen Grunden eher in Serbien als im Kosovo leben wollen. Darunter sind sicherlich viele Serben, aber auch andere Slaven (Montenegriner, Bosniaken, Mazedonier ...), Zigeuner und wahrscheinlich andere.

    Die Statistiken von 200 000 sind von einer neutralen Quelle. Die serbische Zahlen sind deutlich höher, weil sie dazu auch Kosovoalbaner zählen, die sich gar nicht als Serben (auch nicht als „Verfassungsserben“) fühlen, aber ein serbisches Pass beantragen um leichter reisen zu können, und die man kaum als Flüchtlinge vom Kosovo bezeichnen kann.

    Vielleicht wollte Serbien nicht auf Gewalt verzichten. Sie haben es aber getan, und es wäre politische Selbstmord, diese Politik zu ändern. Es kann wohl sein, dass Serbien kriminelle Aktivitäten im Kosovo unterstützt - kann man sagen, dass Kosovoalbaner nichts ähnliches gemacht haben? Die Makedonier würden das bestimmt nicht meinen, nachdem Terroristen, die nicht nur die Taktiken sondern sogar den Namen des UCK benutzt haben, makedonische militäre und zivile Ziele angegriffen hat.

    Es ist ziemlich klar, dass zu der Zeit von Milosevic, die Serben überwiegend Täter waren und die Albaner überwiegend Opfer. Das gilt aber weder für alle Fälle, noch für alle Zeiten, und es wäre eine komische „Neutralität“, etwas anderes zu behaupten, nur weil es leichter ist.

  • Am 9. September 2009 um 23:19, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich verstehe, dass die heutige Situation, die durchaus nicht ideal ist, trotzdem besser für die meisten Albaner ist als unter Milosevic. Wenn Sie von Freiheit und ein sicheres Leben sprechen, sollen Sie aber wissen, dass manche Einwohner Kosovos diese Meinung nicht teilen können. Abgesehen von den vielen Slaven und Roma, die Kosovo nach 1999 verlassen haben, leben viele Minderheitsangehörigen unter Bedrohungen. Tausende Fälle von Mord, Brandstiftung und Vernichtung von Kulturgüten sind dokumentiert. Noch grausamer sind die Vorwürfe von Organhandel, deren Quelle nicht gerade als pro-serbisch einzustufen ist (Carla del Ponti, die die Anklagen gegen Milosevic und seine Helfer geführt hat). Die meisten Leute im Kosovo leben besser und sicherer als vor 10 oder 12 Jahren, aber es wäre einfach falsch zu behaupten, dass niemand mehr für sein Leben fürchten muss.

  • Am 10. September 2009 um 18:59, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Viele Assoziieren die Sprache mit dem Schriftsystem, denn es gab Zeiten in denen der Übergang nicht fließend war und manche Völker keine Schrift entwickelten, da Sie es nicht für nötig empfanden. Schriftsysteme haben sich am meisten bei Völkern die relativ viel weit über ihre Grenzen hinaus mit anderen Völkern handelten, daher Entwickelten sich bei diesen Völkern diese Systeme früh z.B. in China, Indien, Arabien, bei den alt Hebräern etc. pp. diese Völker waren alle auf den Handel angewiesen, bei den alten Völkern rund um Illyrien war dies nicht so ( Ausnahme: Hellenen, die jedoch Handelbeziehungen mit anderen Völkern führten ), da diese vorwiegend Hirtenvölker, Bauern und Tierzüchter waren. Diese lebten von Ziegenmilch, Käse, Quark, Schafserzeugnissen, Weinanbau etc. also dem Tausch. würden Sie auch verstehen und sich in die Zeit vor dem lateinischen Schriftsystem versetzen. In der es - ja da staunen sie was - Völker gab die sich einzig auf das Wort verliesen das aus Ihrem Munde kam und die Fähigkeit weit entwickelt hatten und sich hunderte von Geschichten und Überlieferungen merken konnten.

    Albaner deffinieren sich anhand der Sprache und nicht anhand der Religion etc. Das Wort Shqip „Shqiptoje-gjuhen tende - spreche deine Sprache deutlich“ ( deutlich sprechen, deutlich reden ) wird als assoziation der Zusammengehörigkeit anhand der Sprache gedeutet.

    Die Albanische Sprache entstand im Lauf des Mittelalters in Teilen des heutigen albanischen Siedlungsgebietes, vermutlich in den Gebirgsregionen zwischen den Flüssen Drin im Norden und Nordosten und Shkumbin im Süden. Von Albanern als Bevölkerungsgruppe und Sprechern dieser Sprache berichten byzantinische Schriftsteller, z. B. Anna Komnena, erstmals im 11. Jahrhundert. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse des Albanischen stammen aus dem 15. Jahrhundert. Von Pal Engjëlli, albanischer Erzbischof von Durrës, ist der erste albanische Satz überliefert worden. Es handelt sich um die Taufformel: Un’te paghesont’ pr’emenit t’Atit e t’Birit e t’Spirit Senit (dt.: Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes).

    Frage: Wieso wurden die Albaner so spät erwähnt ?

    Antwort: Die Illyrer/Albaner waren vorher als Römer bzw. als Römer der Provinz Illyricum bekannt, als Bürger des Römischen Reiches. Während die illyrischen Bewohner an der Schwelle zum Mittelalter im Küstengebiet der Adria größtenteils romanisiert sind, lassen sich in ihrer Nachbarschaft Bewohner des Inlandes nieder, die ihre illyrische Muttersprache beibehalten haben. Aus dieser Siedlungssymbiose entsteht im nördlichen Albanien das Volkstum der Albaner, in deren kollektiver Ethnizität die Spuren des Illyrertums bewahrt blieben. Es hat ein paar Jahrhunderte gedauert bis sich die Bezeichnung „Albaner“ durchgesetzt hatte.

    Die Albaner waren und sind Illyrer. Es ist weiß Gott keine Schande, Illyrer zu sein. Diokletian, einer der größten römischen Kaiser war Illyrer.

    Völker existieren, auch wenn sie unterworfen werden, sehr oft noch viele Jahrhunderte. Es ist einfach, hierfür Beispiele zu bringen. Römer waren alle Bürger des römischen Imperiums ab einem bestimmten Zeitpunkt, den ich nachschauen müßte, jedenfalls spätestens in Diokletians Regierungszeit. Das gilt besonders für einen römischen Kaiser. Diokletian wurde in Dalmatien in einfachsten Verhältnissen geboren und kehrte nach seiner „Pensionierung“ wieder dorthin zurück. Er war Illyrer.

  • Am 11. September 2009 um 15:20, von  dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Wir brauchen nur die letzten 150 Jahre zu verfolgen und man kann erkennen wem der Kosovo gehört und wieso die Kosovo-Albaner nie mehr ( never ever ) unter Fremdherrschaft leben möchten/wollen/werden...

    - 1839/1855 ( Die Eroberung von Nis & Sanzhak ) Russisch-osmanischer und serbisch-osmanischer Krieg. Vertreibung albanischer Muslime aus den von Serbien eroberten Gebieten um Niš, Leskovac und Vranje ( Zentral Serbien ). Die Albanische besiedelten Gebiete reichten vor 200 Jahren bis nach Zentral Serbien. Man kann dies auch als Ethnische Säuberung bezeichnen. Wir kennen die Geschichten von den aus den Bergen kommenden und in die Ebenen des Kosovo eingewanderten Albanischen Hirten. Dieser Satz wiederspricht sich mit den Historischen Quellen aus dem Jahre 1839/1855.

    - Statistische Daten belegen, daß über 50% der serbisch-montenegrinischen Bevölkerung in Kosovo aus Emigranten besteht, die aus verschiedenen Teilen Jugoslawiens zugewandert sind ( der Zustand von 1991 belegt durch das Emigrationskommissariat) und nicht 300.000, wie das von der serbischen Propaganda behauptet wird

    - In Kosova waren die Serben immer in der Minderheit und Montenegriner gab es schon gar nicht. So machten die Serben 1910 nur 5% der Bevölkerung Kosovas aus.

    - Auch die Volkszählungen von 1921, 1931, 1948, 1953, 1961, 1971 und 1981 belegen, daß die Serben in dieser Region eine Minderheit waren. Zur Zeit des alten Jugoslawien (1918-1941) wurden die Albaner auf alle möglichen Weisen verfolgt, um das Gebiet Kosovos mit Serben und Montenegrinern zu kolonisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man verschiedene Methoden angewandt, um die Albaner in die Türkei, nach Albanien und anderswohin zu vertreiben ( allein in dieser Zeitspanne waren über 240.000 Albaner in die Türkei ausgesiedelt worden, leider gab es damals sowas wie eine NATO nicht ). Man zwang sie zunächst sich als Türken zu erklären, ihre Habe wurde dann durch den Staat beschlagnahmt (über 200.000 Hektar Land wurde in der Zeit den Albanern weggenommen). In deren Ländereien brachte man anschließend 12.005 serbische und montenegrinische Familien, insgesamt etwa 65.000 Personen, und begann somit die Kolonisation Kosovas. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstattete man den Albanern, die nicht ausgesiedelt wurden, denen deren Eigentum aber ebenfalls beschlagnahmt wurde, nur 15.784 Hektar Land.

    - Nach dem Zweiten Weltkrieg dauert die Unterdrückung und die Vertreibung gegen Albaner fort, sogar mit erhöhter Intensität. Deshalb sehen sich noch weitere 250.000 Menschen gezwungen in die Türkei auszusiedeln. Nach Angaben der Gesellschaft für Bedrohte Völker - Göttingen sind in den letzten 15 Jahren vor dem Kosovo Krieg wegen politischer oder wirtschaftlicher Gründe über 100.000 Albaner nach Deutschland ausgewandert, 60.000 in die Schweiz, 40.000 in andere westeuropäische Länder und 50.000 in die nördlichen Regionen Jugoslawiens.

    - Anstelle der Ausgewanderten brachte man serbische und montenegrinische Kolonisten. Wohl wissend, daß in Jugoslawien die Hälfte des albanischen Volkes lebt, daß die Bevölkerung Kosovas zu 90 % aus Albanern besteht, daß sie in einem kompakten Territorium leben, daß aus internationaler Sicht diese Faktoren (kompaktes Territorium, homogene Bevölkerung, eigene Sprache und der deklarierte Wille zur Unabhängigkeit) alle Bedingungen für einen souveränen Staat erfüllen, unternahm die serbische Regierung auch andere Schritte zur Änderung der ethnischen Struktur Kosovos, und zwar auf einer institutionalisierten Weise durch besondere verfassungswidrige, diskriminierende Programme, Gesetze und Verordnungen.

    - Mit dem serbischen Programm für Kosovo versuchte die damalige Regierung Serbiens auf eine noch raffiniertere Weise als die früheren Regierungen, die ethnische Struktur Kosovos zu verändern, indem sie präzedenzlose Gewalt über die Albaner ausübte. Dieses Programm sieht zu diesem Zwecke eine Reihe konkreter Maßnahmen in allen Lebensbereichen vor: in Politik, Wirtschaft, Kultur, Schulwesen, Gesundheitswesen, Gerichtsbarkeit, Medienzugang, Arbeitsmarktzugang, Stadtplanung usw. Dieses zynisch mit „Das Programm zur Errichtung des Friedens, der Freiheit, Gleichheit, Demokratie und Wohlfahrt in Kosovo“ betitelte Programm, bekannt als „Das Kosovo-Programm“, ist im Grunde genommen diskriminierend und rassistisch gewesen. Man sah hier vor, alle albanischen Funktionäre und führenden Kräfte in gesellschaftlichen Institutionen und wirtschaftlichen Betrieben durch Serben zu ersetzen sowie die Beschäftigung und Schaffung neuer Arbeitsplätze für Serben und Montenegriner, Stimulation der Projekte zur Wiederkehr bzw. Neuansiedlung der Serben und Montenegriner, ihre Verhinderung der Aussiedlung aus Kosovo.

    - Eine andere Form der Kolonisierung und der Vertreibung der Albaner ist die Ernennung von 1.600 serbischen Direktoren und Leiter in wirtschaftlichen Betrieben sowie in anderen gesellschaftlichen Einrichtungen Kosovos. Die Serbisierung Kosovas lief währenddessen durch das Bauen von serbisch-orthodoxen Kirchen ( 80 % der Orthodoxen Kirchen sind in den 80 - 90 er Jahren erbaut worden, soviel zu Serbiens alten Kulturgütern ), wie die auf dem Universitätsareal in Prishtina, in Obiliq und in Gjakova, wo es dafür nötig war, das Denkmal der „Brüderlichkeit-Einheit“ zu verlagern.

    - Eine weitere Form der Serbisierung zeigt sich an der Umbenennung der Schulen, Straßen, Organisationen und der Toponomastik Kosovos. Die Straßen werden mit Namen aus der serbischen Mythologie benannt, wie „Cara Lazara“ (im Bezirk Ulpiana in Prishtina), „Vidivdanska“ (bisher „Marsal Tita“ in Prishtina), „Sveti Sava“ (neuer Name vieler Schulen), „Kralja Milutina“, usw. ( alles Albanische wurde erst nach dem 2 Weltkrieg im Kosovo gelöscht ).

    Zum Glück der einen und zum Unglück der anderen wurde dieses Jugoslawien bekanntlich zerstört. Die chauvinistische Gier wurde jedoch immer größer. Trotz der völligen Zerstörung der Wirtschaft und der Armut in Rest-Jugoslawien bzw. Serbien sucht man heute noch, um den nationalistischen Euphorien genüge zu tun, das „jugoslawische Programm für Kosovo“ zumindest im Bereich der Kolonisierung durchzuführen.

    Bemerkenswert finde ich vorallem Carla Del Pontes Vorwürfe, nach dem sie aus dem UN-Kriegsverbrecher Tribunal ausgetreten ist. Wieso kamen die Vorwürfe erst nachdem sie nicht mehr als Chefanklägerin tätig war, sondern erst als sie als Autorin tätig war, wenn es doch so überwältigende Beweise gab, wieso hat sie dann keine Anklage erhoben ? Sogar das Kriegsverbrecher Tribunal hat Frau Del Ponte wiedersprochen ! Soviel zu den Grausamen Ammenmärchen.

    Auch wenn die Serbische Regierung nur die Geschehnisse, die im Kosovo nach 1999 in den Vordergrund stellt und diese penibel dokumentiert wird/hat sie die Vergangenheit vor 1999 schnell eingeholt, denn jede Gewalt verursacht Gegengewalt.

    Jedoch sollte Gewalt keine Entschuldigung für Gegengewalt sein und in diesem einen Punkt stimme ich ihnen zu.

  • Am 11. September 2009 um 15:42, von  dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Es werden nun rund eineinhalb Jahrhunderte seit der Geburt der großserbischen Besatzungspolitik auf dem Balkan. Im Rahmen der serbischen Expansion wurde mit permanenter Beharrlichkeit ein weitreichendes System irreführender Propaganda errichtet, die mit erdichteten Argumenten die serbischen Besatzungshandlungen als gerecht, wohlwollend, fortschrittlich, gar befreiend darzustellen versuchte, indem die nationalen Rechte der Albaner, Kroaten, Moslems und sogar der Bulgaren und anderer verdrängt und darüber hinaus verleugnet wurden.

    Es wurde eine mächtige Propagandamaschinerie errichtet, zu der auch namhafte Experten aus allen Wissensgebieten Serbiens gehören: Universitätsprofessoren, Offiziere und Generäle, Priester, Schriftsteller und Journalisten, aber auch gesamte Institutionen wie die Universität und die Akademie der Wissenschaften. Zum Zwecke der Verkündung „der serbischen Wahrheit“ publiziert„e“ man jährlich Hunderte von Büchern, Broschüren, Zeitschriften, Abhandlungen, Enzyklopädien und Wörterbüchern, die als Terrainvorbereitung zur Aggression dienten.

    Mit diesen „wissenschaftlichen Argumenten“ wurde der serbischen Diplomatie die Arbeit erleichtert (besonders in Frankreich und Großbritannien, Rußland und Griechenland), die politische Öffentlichkeit dieser Länder für die serbischen territorialen Lösungen auf dem Balkan zugänglich zu machen. Diese kamen besonders vor den Balkankriegen in bezug auf die Geschehnisse nach dem Ersten Weltkrieg und vor dem Zweiten Weltkrieg zum Ausdruck ( wie man ja auch heute noch sieht ), alles was nicht Serbisch war wurde verbrannt.

    Auch im Kosovo gab es wie zur Nazi Zeit in Deutschland, Bücher Verbrennungen und Löschung aller Zeugnisse die Nicht Serbischen Ursprungs waren.

    Jeder vernünftig denkende Mensch, der auch nur Ansatzweise die Serbische Regierung kennt, weiss das auch die aktuelle Serbische Regierung weiterhin die Politik eines Gross Serbischen Reiches verfolgt, auch wenn dies heute nicht mehr offiziell von Serbischer Seite ausgesprochen wird, jedoch unter vorgehaltener Hand werden diese Ziele weiterhin verfolgt ( siehe Destabilisierungsversuche: Kroatien, Bosnien, Kosovo ).

  • Am 11. September 2009 um 15:45, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Alles, was Sie gesagt haben, scheint sehr vernünftig aus geschichtlicher Standpunkt, und die meisten wesentlichen Informationen sind kaum zu kontestieren (ausser von pseudowissenschaftliche Theorien über den Kaukasus und die Pelasger, die fast ausschliesslich von Nationalisten beider Seiten vertreten werden). Es ist auch klar, dass die Albaner von einer der ersten indoeuropäischen Stammen des Balkans kommen, wahrscheinlich die Illyrier, mit denen sie auch mehr gemeinsam haben, als z.B. die Kroaten, die einfach einige illyrische Ortsnamen und Symbolen übernommen haben.

    Ich würde allerdings sagen, dass die heutige Albaner keine geschichtliche Kontinuität mit den gesamten Illyriern ansprechen können, aber nur mit des Stämmen, die ihre Sprache behalten haben und zum albanischen Ethnogenese im Mittelalter beigebracht haben. Die meisten illyrischen Gebieten wurden romanisiert oder slavisiert, wie Sie es erwähnt haben, einschliesslich des Kosovos, der mehrere Jahrhunderte unter slavischer Herrschaft war (obwohl die meisten serbischen Nationalisten nie zugeben würden, dass Kosovo viel länger bulgarisch war, als serbisch!)

    Man kann also nicht argumentieren, dass die Albaner „als erste“ da waren, ausser rein archäologisch. Deshalb habe ich den Mittelalter als Anfang der Geschichte Kosovos gewählt (obwohl ich wahrscheinlich ein bisschen früher mit Rom und Bulgarien anfangen sollen hätte). Als die Konzepte von Serben und Albanern (als Völker, nicht von Slaven und Illyriern als Stämmen) sich im Mittelalter entwickelt haben, bekennte sich die Bevölkerung Kosovos zu der slavischen Kultur (wie es die Namen, die Architektur und die türkische Volkszählungen u.a. zeigen) und das Gebiet war zwischen zweier slavischen Königreichen, Serbien und Bulgarien, umstritten.

    Wie ich mehrmals gesagt habe, soll die Geschichte die heutige Politik nicht bestimmen. Sonst könnten sich die Italiener und die Griechen Europa aufteilen, mit der Jirecek-Linie als Grenze - es sei denn, die Iren wollen alle keltische Ländereien zurück. Ich versuche nur, meine Wahl des Anfangspunkts zu rechtfertigen, und leichte nationalistische Propaganda, die die Serben als „Kolonisten“ bezeichnet, zu bekämpfen. Als Indoeuropäer sind wir halt alle Kolonisten ...

  • Am 12. September 2009 um 06:36, von  Martina Latina Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich bedanke mich sehr für diese Artikel : denn wir, Europäer der Union, müssen unbedingt die Geschichte und die heutige Lage des ehemaligen Jugoslaviens verstehen, damit sich die E. U. endlich und endgültig vereinigen kann.

    Je remercie vivement l’auteur de ces articles : car les Européens de l’Union que nous sommes doivent comprendre l’histoire et la situation actuelle de l’ancienne Yougoslavie, de manière qu’enfin, définitivement, l’Union Européenne accomplisse son unification.

  • Am 13. September 2009 um 15:00, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Sie sind proserbisch Hr.Alexander.Sie sagen 300 serben sind vermisst aber sie vergessen das heute noch nach 10jahre immer noch 2000vermisste albaner sind und Serbien will die leiche nicht zurrück geben.Sie reden über Karla Del Ponto als pro albanisch was überhaupt nicht wahr ist und versuchen sie als anti serbisch da zu stellen nur weil sie anklage gegen Milosevic erhoben hat.Wenn sie nicht wissen oder nicht wissen wollen Milosevic ist nach Hitler der slimmste verbrecher in geschiechte der menschlichkeit.Sie sagen nie vie vbiele möschen in Kosovo zerstört worden sind wärhend des krieges durch sebische paramilitärs,das ganze land verbrant worden ist das sagen sie auch nicht.Was minderheiten in Kosovo angeht die haben mehr rechte als jeder andere minderheit in welt.In Kosovo leben 93%albaner,4%serben und 3%andere minderheiten.Serbische sprache ist als ammt sprache eigeführt obwohl nur 4% serbische einwohner in Kosovo leben.Wo gibt es so was wo anders in welt?Serben sind frei in Kosovo und die rechte sind garantiert durch verfassung und durch NATO und EU.Aber wenn die serben immer noch auf die zeiten von Milosevic träümen dann ist es schwer diesen wolk zu helfen.Ich hoffe das sie bald merken das Kosovo ist heimat für alle ihre einwohner unabhängig von nationalität und glaube.Sie erwähnen organ handel,warum hat die Karla del Ponto das damals nie was gesagt wo sie in Hager tribunal das sagen hatte.Das ganze ist ein serbische propaganda aber ohne erfolg und ohne beweise.Wir wollen in frieden in unsere land leben,aber so lange serbien kriminelen und verbrecher in Kosovo unterstützt wird niemals für serbische minderheit in Kosovo leicht zu leben weil sie dann opfer des serbischen stattes sind.

  • Am 14. September 2009 um 14:13, von  Thomas Kreutzner Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich kann mich der Vorrednerin nur anschliessen - vielen Dank für diesen sehr informativen Beitrag. Letztendlich liegen die Probleme im EU-Alltag jedoch eigentlich auf einer ganz anderen Ebene: Gleichwohl die EU-Institutionen mit einem umfangreichen Übersetzungsapparat ausgestattet sind, gelingt es ihnen nicht, die Ideen der Europäischen Union in alle Sprachen gleich zu übersetzen. Ich hab mich schon oft gefragt, ob es an denen - zweifellos sehr kompetenten - Übersetzungsdiensten der EU liegt, die beauftragt werden. Übersetzungsdienste im Internet, wie zum Beispiel http://fachuebersetzungsdienst.com, die auf sehr hoher Qualität auch amtliche Dokumente übersetzen. Als Europäer ist man schon manchmal geneigt, der Kommission diese Dienste nahe zu legen, damit wirklich gute Ergebnisse im Hinblick auf die Übersetzung der Europäischen Ideen erzielt werden....

    Gruß,

    Th. Kreutzner

  • Am 15. September 2009 um 10:45, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Schade das mein artikel nicht veröffentlicht wurde.

  • Am 16. September 2009 um 11:23, von  Guillaume Amigues Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Hallo Beni,

    von dir habe ich kein Artikelvorschlag bekommen. Falls du irgendetwas veröffentlichen möchtest, schick es uns einfach und wir gucken dann, ob und wie es veröffentlicht werden kann. Mach dir keine Sorge, bei uns gibt es keine Zensur.

  • Am 16. September 2009 um 12:15, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Hatte etliche Beiträge verfasst, bei dem ich doch sehr viel Zeit investiert habe, die nicht durch gekommen sind, woran kann das liegen ?

    Gruss

  • Am 16. September 2009 um 12:25, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Wir brauchen nur die letzten 150 Jahre zu verfolgen und man kann erkennen wem der Kosovo gehört und wieso die Kosovo-Albaner nie mehr ( never ever ) unter Fremdherrschaft leben möchten/wollen/werden…

    - 1839/1855 ( Die Eroberung von Nis & Sanzhak ) Russisch-osmanischer und serbisch-osmanischer Krieg. Vertreibung albanischer Muslime aus den von Serbien eroberten Gebieten um Niš, Leskovac und Vranje ( Zentral Serbien ). Die Albanische besiedelten Gebiete reichten vor 200 Jahren bis nach Zentral Serbien. Man kann dies auch als Ethnische Säuberung bezeichnen. Wir kennen die Geschichten von den aus den Bergen kommenden und in die Ebenen des Kosovo eingewanderten Albanischen Hirten. Dieser Satz wiederspricht sich mit den Historischen Quellen aus dem Jahre 1839/1855.

    - Statistische Daten belegen, daß über 50% der serbisch-montenegrinischen Bevölkerung in Kosovo aus Emigranten besteht, die aus verschiedenen Teilen Jugoslawiens zugewandert sind ( der Zustand von 1991 belegt durch das Emigrationskommissariat) und nicht 300.000, wie das von der serbischen Propaganda behauptet wird

    - Im Kosovo waren die Serben immer in der Minderheit und Montenegriner gab es schon gar nicht. So machten die Serben 1910 nur 5% der Bevölkerung Kosovas aus.

    - Auch die Volkszählungen von 1921, 1931, 1948, 1953, 1961, 1971 und 1981 belegen, daß die Serben in dieser Region eine Minderheit waren. Zur Zeit des alten Jugoslawien (1918-1941) wurden die Albaner auf alle möglichen Weisen verfolgt, um das Gebiet Kosovos mit Serben und Montenegrinern zu kolonisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man verschiedene Methoden angewandt, um die Albaner in die Türkei, nach Albanien und anderswohin zu vertreiben ( allein in dieser Zeitspanne waren über 240.000 Albaner in die Türkei ausgesiedelt worden, leider gab es damals sowas wie eine NATO nicht ). Man zwang sie zunächst sich als Türken zu erklären, ihre Habe wurde dann durch den Staat beschlagnahmt (über 200.000 Hektar Land wurde in der Zeit den Albanern weggenommen). In deren Ländereien brachte man anschließend 12.005 serbische und montenegrinische Familien, insgesamt etwa 65.000 Personen, und begann somit die Kolonisation Kosovas. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstattete man den Albanern, die nicht ausgesiedelt wurden, denen deren Eigentum aber ebenfalls beschlagnahmt wurde, nur 15.784 Hektar Land.

    - Nach dem Zweiten Weltkrieg dauert die Unterdrückung und die Vertreibung gegen Albaner fort, sogar mit erhöhter Intensität. Deshalb sehen sich noch weitere 250.000 Menschen gezwungen in die Türkei auszusiedeln. Nach Angaben der Gesellschaft für Bedrohte Völker - Göttingen sind in den letzten 15 Jahren vor dem Kosovo Krieg wegen politischer oder wirtschaftlicher Gründe über 100.000 Albaner nach Deutschland ausgewandert, 60.000 in die Schweiz, 40.000 in andere westeuropäische Länder und 50.000 in die nördlichen Regionen Jugoslawiens.

    - Anstelle der Ausgewanderten brachte man serbische und montenegrinische Kolonisten. Wohl wissend, daß in Jugoslawien die Hälfte des albanischen Volkes lebt, daß die Bevölkerung Kosovas zu 90 % aus Albanern besteht, daß sie in einem kompakten Territorium leben, daß aus internationaler Sicht diese Faktoren (kompaktes Territorium, homogene Bevölkerung, eigene Sprache und der deklarierte Wille zur Unabhängigkeit) alle Bedingungen für einen souveränen Staat erfüllen, unternahm die serbische Regierung auch andere Schritte zur Änderung der ethnischen Struktur Kosovos, und zwar auf einer institutionalisierten Weise durch besondere verfassungswidrige, diskriminierende Programme, Gesetze und Verordnungen.

    - Mit dem serbischen Programm für Kosovo versuchte die damalige Regierung Serbiens auf eine noch raffiniertere Weise als die früheren Regierungen, die ethnische Struktur Kosovos zu verändern, indem sie präzedenzlose Gewalt über die Albaner ausübte. Dieses Programm sieht zu diesem Zwecke eine Reihe konkreter Maßnahmen in allen Lebensbereichen vor: in Politik, Wirtschaft, Kultur, Schulwesen, Gesundheitswesen, Gerichtsbarkeit, Medienzugang, Arbeitsmarktzugang, Stadtplanung usw. Dieses zynisch mit „Das Programm zur Errichtung des Friedens, der Freiheit, Gleichheit, Demokratie und Wohlfahrt in Kosovo“ betitelte Programm, bekannt als „Das Kosovo-Programm“, ist im Grunde genommen diskriminierend und rassistisch gewesen. Man sah hier vor, alle albanischen Funktionäre und führenden Kräfte in gesellschaftlichen Institutionen und wirtschaftlichen Betrieben durch Serben zu ersetzen sowie die Beschäftigung und Schaffung neuer Arbeitsplätze für Serben und Montenegriner, Stimulation der Projekte zur Wiederkehr bzw. Neuansiedlung der Serben und Montenegriner, ihre Verhinderung der Aussiedlung aus Kosovo.

    - Eine andere Form der Kolonisierung und der Vertreibung der Albaner ist die Ernennung von 1.600 serbischen Direktoren und Leiter in wirtschaftlichen Betrieben sowie in anderen gesellschaftlichen Einrichtungen Kosovos. Die Serbisierung Kosovas lief währenddessen durch das Bauen von serbisch-orthodoxen Kirchen ( 80 % der Orthodoxen Kirchen sind in den 80 - 90 er Jahren erbaut worden, soviel zu Serbiens alten Kulturgütern ), wie die auf dem Universitätsareal in Prishtina, in Obiliq und in Gjakova, wo es dafür nötig war, das Denkmal der „Brüderlichkeit-Einheit“ zu verlagern.

    - Eine weitere Form der Serbisierung zeigt sich an der Umbenennung der Schulen, Straßen, Organisationen und der Toponomastik Kosovos. Die Straßen werden mit Namen aus der serbischen Mythologie benannt, wie „Cara Lazara“ (im Bezirk Ulpiana in Prishtina), „Vidivdanska“ (bisher „Marsal Tita“ in Prishtina), „Sveti Sava“ (neuer Name vieler Schulen), „Kralja Milutina“, usw. ( alles Albanische wurde erst nach dem 2 Weltkrieg im Kosovo gelöscht ).

    Zum Glück der einen und zum Unglück der anderen wurde dieses Jugoslawien bekanntlich zerstört. Die chauvinistische Gier wurde jedoch immer größer. Trotz der völligen Zerstörung der Wirtschaft und der Armut in Rest-Jugoslawien bzw. Serbien sucht man heute noch, um den nationalistischen Euphorien genüge zu tun, das „jugoslawische Programm für Kosovo“ zumindest im Bereich der Kolonisierung durchzuführen. Bemerkenswert finde ich vorallem Carla Del Pontes Vorwürfe, nach dem sie aus dem UN-Kriegsverbrecher Tribunal ausgetreten ist. Wieso kamen die Vorwürfe erst nachdem sie nicht mehr als Chefanklägerin tätig war, sondern erst als sie als Autorin tätig war, wenn es doch so überwältigende Beweise gab, wieso hat sie dann keine Anklage erhoben ? Sogar das Kriegsverbrecher Tribunal hat Frau Del Ponte wiedersprochen !

    Soviel zu den Grausamen Ammenmärchen.

    Auch wenn die Serbische Regierung nur die Geschehnisse, die im Kosovo nach 1999 in den Vordergrund stellt und diese penibel dokumentiert wird/hat sie die Vergangenheit vor 1999 schnell eingeholt, denn jede Gewalt verursacht Gegengewalt.

    Jedoch sollte Gewalt keine Entschuldigung für Gegengewalt sein und in diesem einen Punkt stimme ich ihnen zu.

  • Am 16. September 2009 um 14:30, von  Guillaume Amigues Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich denke dass du diese ganze Sache wirklich zu simplistsich darstellst. Z.b : Milosevic zweitgrösste Verbrecher der Geschichte nach Hitler? Wo kommt das denn her? Solche Kategorisierungen sind einfach falsch und nutzlos : wie lässt sich so etwas messen? Stalin und Mao hätten auch da einen Platz verdient. Und was über den anderen Vorgänger von diesen Verbrecher?

  • Am 16. September 2009 um 14:34, von  Guillaume Amigues Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Tut mir Leid, dass es ein bisschen gedauert hat ;-)

  • Am 16. September 2009 um 15:20, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Vielen Dank !

  • Am 16. September 2009 um 18:23, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Sicherlich können nicht alle Illyrischen/Albanischen Stämme eine Kontinuität aufweisen bzw. mit dem Gesamt Illyrischen Gebiet, da manche Gebiete wie auch sie sagten romanisiert und später slawisiert wurden, wie z.B. der Stamm der Dalmaten in Dalmatien ( Kroatien ). Jedoch gibt es Stämme die durchaus Kontunuität aufweisen können, wie beispielweise die Stämme im Kern der Albanisch besiedelten Gebiete, detaillierte Angaben würden hier zu weit vom Thema abweichen, es gibt sie, diese Kontinuität. Manche Stämme können jedoch keine Kontinuität auf gewissen Gebieten nachweisen, da sie von dessen Gebieten auch teilweise vertrieben wurden.

    Darüberhinaus gab es in den Jahren vor der Slawenwanderung in den Balkan, Seuchen und Pest, der Balkan ( Ausnahme Küstengebiete ) bzw. ganz Europa war teilweise von Seuchen und Pest betroffen, so konnten sich auch die Slawen niederlassen. Es fand teilweise gewaltlos eine Neubesiedelung statt. Die Illyrer/Albaner haben unterhalb des heutigen Flusses Save ( das war die eigentliche Grenze zum Römischen Reich ) gelebt bis runter in den Süden des Epirus, in Griechenland, die Gebiete der alten Illyrer sind fast ( Süd Dalmatien, Montenegro, Süd Bosnien, Süd Serbien, Ost Mazedonien wurden praktisch durch die Slawen neu besiedelt ) mit den Gebieten der heutigen Albaner Deckungsgleich.

    Im Kosovo, das mehrere Jahrhunderte unter slawischer Herrschaft ( Serben, Bulgaren ) und noch länger unter Osmanischer Herrschaft stand, war die Bevölkerung grösstenteils Albanisch. Hatte bereits geschrieben, Völker existieren auch wenn sie unterworfen werden und ist nichts ungewöhnliches. Was viele nicht wissen, das der damalige Serbische Staat absolut nichts mit dem heutigen Serbischen Staat gemeinsam hatte. Der damalige Serbische Staat, war ein Christlicher Staat, ein Staat der Serben, Griechen und Albaner ohne jegliche ethnische Grenzen und alle drei Volksgruppen waren damals Staatstragend und in den Institutionen vertreten.

    Man kann sehr wohl argumentieren, das die Albaner als erste im Kosovo waren, wer das leugnet, der kennt die Geschichte nicht wirklich ( Die Behauptung, wir sind alle Indogermanische Stämme ist hierbei nicht nützlich, sondern dient lediglich der Verallgemeinerung ). Kein Albaner erhebt Ansprüche auf ehemals Illyrisch besiedelte Gebiete, wie etwa Dalmatien. Das macht niemand, es geht hier viel mehr um die aktuell albanisch besiedelten Gebiete, die kompakt angrenzend Albanisch besiedelt sind.

    Auch auf diese Gebiete wird nicht wirklich Anspruch erhoben, lediglich das die Albaner in diesen Gebieten ihre Menschenrechte erhalten, was bisher nicht der Fall war.

  • Am 16. September 2009 um 21:38, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ja in Europa nach Hitler ist Milosevic der slimmste verbrecher.250000opfer i Bosnien über 200000 opfer in Kroatien und über 15000 opfer in Kosovo.Das ganze in 6 jahre..Er war ein massenmorder.

  • Am 17. September 2009 um 21:20, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    VIELEN DANK Hr.AMIGUES

    GRUSS BEN.

  • Am 20. September 2009 um 16:48, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Erstens sind ihre Zahle übertrieben. Die Totenzahl für Bosnien, Kroatien und Kosovo zusammen wäre wahrscheinlich 150 000, und höchstens 200 000, einschliesslich soldaten aller Seiten und serbischen Zivilisten. Woher haben Sie ihre Zahlen? Meine kommen aus mehreren westlichen Zeitungen von 2005.

    Also, wer, ausser Hitler, hat mehr als 200 000 Menschen umgebracht? Nur um anzufangen ...

    Mehmet Talat Pasha, 2,5 Millionen Armenier, Assyrier und Griechen. Joseph Dschugashvili (Stalin), keine genaue Zahlen aber fast niemand würde weniger als 4 Millionen sagen, wahrscheinlich könnte es bis 10 Millionen sein. V.I. Lenin, bis 300 000 Töte zwischen 1917 und 1922. Ante Pavelic, bis 700 000 Opfer, meistens Serben und Juden.

    Und, damit die Liste nicht zu lang wird, habe ich keine mitteleuropäische Kommunisten oder alliierte Kommandanten im 2. Weltkrieg ernannt, obwohl einige von ihnen dazu auch sicherlich gehören. Und das alles nur in Europa, im 20. Jahrhundert.

  • Am 20. September 2009 um 17:38, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich glaube, vieles hängt von den Quellen ab, und ein Vertreter der serbischen Seite auch vieles von albanischen Siedlungen in der frühen Neuzeit und von verfolgung der Serben unter dem osmanischen Reich und in der NS-Zeit sagen könnte. Ich habe aber keine Lust und keine Auftrag, mich als anwalt serbiens zu positionnieren - wenn ein Serbe uns liesst, kann er seine Meinung verteidigen, und wenn nicht würde so wie so keiner die serbische Position lesen. Übrigens habe ich nie bezweifelt, dass die Serben mehrmals versucht haben Kosovo zu ’serbisieren’, und dass es nicht besonders gut geklappt hat.

    Nur zu einigen Pünkten:

    1. Warum keine Montenegriner? Weil es vor 1945 kein montenegrinisches Volk gab. Die Montenegriner waren sowohl Serben, als die Kölner Deutsche sind oder die albanische Kosovaren Albaner sind - gleiche Sprache, gleiche Kultur, nur ein spezifisches Gebiet.

    2. 80% der serbischen Kirchen in den 80ern und 90ern Jahren gebaut? Woher haben Sie diese Information? Es scheint mir eher fragwürdig: unter Jugoslawien war die Regierung kommunistisch, also atheistisch, und Kosovo wurde von albanern verwaltet. Und in den 90ern hatte Serbien viel mehr zu tun, als eine fiktive serbische Präsenz im Kosovo zu zeigen (ich spreche nicht von Kolonisierung: serbische Kolonisten sind zwar nach Kosovo unter Milosevic gekommen, aber sie waren nie die Mehrheit der Serben, und auch wahrscheinlich nicht viel zahlreicher, als die Zahl an Serben, die wegen vermutlichen oder tatsächlichen Diskriminierung Kosovo seit 1945 verlassen hatten).

    3. Ja, das mittelalterliche Serbien war multiethnisch, und der serbische Kaiser hat sich auch Kaiser der Griechen und Albanen genannt. Das habe ich übrigens (wahrscheinlich zu schnell) erwähnt. Die Albaner des Kaiserreichs waren allerdings im heutigen Albanien (auch ein Teil des Kaiserreiches), während die historische Quellen die Bevölkerung Kosovos als überwiegend serbisch darstellen (ich habe schon einige zitiert - wenn sie andere haben, die eine albanische Mehrheit vor dem 19. Jahrhundert zeigen, würde es mich interessieren).

    4. Welche Rechte hat Serbien auf Kosovo? Moralisch, fast keine, nur das Recht, serbische Kulturgüter und die serbische Minderheit zu verteidigen (das von der Resolution 1244 vorgesehen, aber nie implementiert wurde). Juristisch, fast alle: Kosovo war bis 1999 (zu Recht oder zu Unrecht) Teil Serbiens, und keine rechtlich gültige Handlung hat diese Stellung bisher geändert (obwohl die serbische Souveränität laut der Resolution fristlos aufgeschoben wurde). Ich sage nicht, dass die Kosovaren kein Recht auf Selbstbestimmung haben (das wäre eine Meinung, und eher schwer zu verteidigen). Ich sage nur, dass die Umstände der Unabhängigkeits-„verhandlungen“ und -erklärung rechtswidrig waren (Tatsache), nie zu einer ähnlichen Schlussfolgerung in ähnlichen Situationen anderswo geführt haben (Tatsache), und dass diese Schritte langfristig gefährlich für den Frieden und das Völkerrecht sein können (meine subjektive Meinung, aber ich bin bereit, es zu verteidigen).

    Und warum spricht del Ponte erst jetzt von Organenhandel? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht hat sie es früher geschwiegen, weil die Staatsanwaltschaft nur Serben als Täter darstellen wollte, vielleicht hat sie es herausgedacht, nur um mehr Exemplare zu verkaufen. Sie hat aber entweder die albanische Führung grundlos beleidigt (Ehrverletzungsdelikt), oder Mengele-artige Kriegsverbrechen verschleiert (Beihilfe zu Mord und Rechtsbeugung). Bis die kosovarische und albanische Regierungen öffentlich sagen „wir haben nichts ähnliches gemacht, deshalb fürchten wir die Gerechtigkeit nicht und wir werden vollständig mitarbeiten“, kann man aber nicht wissen, welche Hypothese richtig ist. Es zeigt aber, dass del Ponte entweder die eine oder die andere vermutliche Straftat begangen hat, was ihrer Stellung als morale Stimme nicht gerade hilft.

  • Am 20. September 2009 um 17:50, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Danke für Ihre Kommentare! Ich bin glücklich, dass Sie mich lesen. Ich würde Sie allerdings auffördern, auch andere Quellen zu lesen - der Balkan ist unglaublich kompliziert, und jeder hat seine Meinung, die er verteidigen will (einschliesslich mich, obwohl ich nicht die Stelle der Serben oder der Albaner vertrete, sondern die Europas und des Völkerrechts wie ich es verstehe). Ich hoffe, ich habe trotzdem die Grundfakten und -argumenten erfolgreich gezeigt, und ein Gegenmittel zu serbischen und albanischen Propaganda gegeben.

  • Am 21. September 2009 um 11:30, von  BENI Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Nur in Bosnien krieg waren mehr als 200000 opfer,noch mal nur in Bosnien 200000 tote und sie sagen 150000 bis 200000 in Kroatien,Bosnien und Kosovo,das ist unehrlich und ungerecht.Nur in Srbrenica in 1tag sind 8000 menchen umgebracht,das sollten sie nicht ignorieren.

  • Am 21. September 2009 um 11:44, von  Guillaume Amigues Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Wo hast du bitte diesen Zahlen her?

  • Am 21. September 2009 um 11:50, von  Guillaume Amigues Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Und dazu wollte ich nur sagen, wie nutzlos solche „rankings“ von Kriminellen sind. Zum einen weil es IMMER solche Zahlenkriege gibt, zum anderen weil man auch den Standpunkt vertreten kann, dass die Wirkung eines Massakers, das im 10. Jahrhundert 50.000 Opfer gemacht hat grösser ist als die eines 100.000 Opfern-Massaker heute. Ein solcher Standpunkt könnte ich vertreten, tuh ich aber nicht, weil solche verbale Gefechte meines Erachtens nach wie vor aussichtslos sind.

  • Am 21. September 2009 um 16:26, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Ich glaube weder, das er sich im Kosovo auskennt noch die ganze Geschichte der Bevölkerung kennt. Und dann solch ein Urteil wie zb. „Ich hoffe, ich habe trotzdem die Grundfakten und -argumenten erfolgreich gezeigt, und ein Gegenmittel zu serbischen und albanischen Propaganda“. Ich glaube nicht das er sich bemüht hat, die ganze Situation verstehen zu können.

    Seine Meinung, die er verteidigt, stammt eher von seinem Freund und zeigt dem wirklichen Kenner, das seine Meinung zum grösstenteil, doch Serbisch angehaucht ist, was das beharren auf das Völkerrecht erkennen lässt.

    Zu Ihrem Satz: „Ich würde Sie allerdings auffördern, auch andere Quellen zu lesen“... Diese Empfehlung würden wir ihnen auch gerne ans Herz legen.

    Natürlich finde auch ich einen Krieg unsinnig und mir wäre es lieber, wenn man Meinungsverschiedenheiten zwischen Völkern auf andere Art lösen könnte. Ich war vor Anfang des Krieges in Kosovo und hab die Unterdrückung der Menschen dort selber zu spüren bekommen. Menschen wurden zb. willkürlich an Strassensperren angehalten und konnten sich nur durch Zahlung eines gewissen Betrages die Weiterfahrt mit dem Auto sichern. Hatten sie kein Geld, wurde ihnen entweder das Auto abgenommen oder sie wurden auf grausame Art und Weise geschlagen. Wo sollen diese Menschen Geld hernehmen. Es gab für Albaner keine Arbeitsplätze. Die Positionen waren fest in serbischer Hand. Ohne besonderen Grund wurden viele Albaner in Gefängnisse geschickt und dort malträtiert. Junge Leute , die noch nicht mal das 15. Lebensjahr erreicht hatten!!!!! Nennt man sowas Gerechtigkeit und diese immer wieder so hoch gelobte Meinungsfreiheit bzw. Ihr Hochgelobtes Völkerrecht an das sich Serbien noch klammert ???

    Albanische Flaggen waren streng verboten und den Albanern wurde über einen Zeitraum sogar verboten, ihre eigene Sprache in den Schulen zu unterrichten und zu lernen. Abends durfte sich kein Albaner auf der Strasse sehen lassen . Sie lebten in ständiger Angst. Auslöser des Krieges waren unter anderem auch die Massentötung in Racak. Wieviele Kinder, Frauen und alte Leute mussten in diesem Krieg ihr Leben lassen. Die Albaner wollten ihre Unabhängigkeit, aber sie sahen keinen anderen sinn mehr als gewalttätigen Widerstand. Man kann einen Meschen nicht einfach töten, weil er einen anderen Glauben oder eine andere Sprache hat.

    In dem Krieg wurden viele Menschen unsinnig geopfert. Ich weiss wovon ich rede, da eine gute Freundin von mir ihren Bruder auf bestialische Weise verlor. Ihm wurde bei lebendigem Leib der bauch aufgeschnitten und er dann angezündet. Er starb qualvoll und seine Mutter musste unter dem Zwang der Serben zusehen. Doch damit nicht genug, die Serben filmten diese grausame Tat und liessen das Video der entsetzten Familie zukommen. Wie kann man nur so grausam und wiederlich sein.

    Die flüchtenden Albaner wurden durch serbische Milizen öfters aufgehalten und nach Schmuck , Geld oder sonstigen Wertgegenständen gefragt. Dem Bruder eines Bekannten wurde der Junge vom Anhänger des Traktors geholt und die Waffe auf den damals gerade mal 2 jährigen gehalten . Der Bruder konnte zwischen dem Leben des eigenen Sohnes oder der Herausgabe des Geldes wählen. Da er selber kein Geld mehr besass, leihte er sich das Geld von einem hinter ihm stehenden Wagen. Albaner halten in solchen Angelegenheiten zusammen. Wer Videos über den Krieg gesehen hat, zb. den Film bzw. die Dokumentation „Syte e Kosoves“ zu deutsch Augen von Kosovo kann den Schmerz und die Angst der Kinder deutlich erkennen und die beschwerliche Flucht aus dem Land.

    Was hatte die Nato für eine Möglichkeit??

    Sollte sie zusehen wie ein Milosevic, ein ganzes Volk vernichtet um Grossherrschaft anzustreben??

    Er wurde oft genug gewarnt und auch gebeten, seine Leute aus dem Kosovo zurückzuziehen doch er spielte auf Zeit und Taktik, was durch Bilder von Aufklärungsflugzeugen deutlich wurde. Er verschob seine Truppen an andere Gebiete und spielte so über lange Zeit Katz und Maus mit der Nato.

    Doch wer lässt sich heute schon lange für dumm verkaufen??

    Meiner Meinung haben nicht nur Serben, sondern auch einige Albaner Greueltaten begangen, doch aus welchem Grunde ?? Ich kann den Hass der Albaner auf die Serben gut nachvollziehen, und er wird wohl auch noch über Generationen so bleiben. Kinder die bei der Erschiessung ihrer Eltern anwesend waren vergessen nie die hämischen Gesichter der Mörder. Sowas bleibt ein Leben lang im Gedächnis.

    Ich war auch nach dem Krieg im Land und muss sagen , das sich viel verändert hat. Es gab 1 Jahr nach dem Krieg unheimlich viel zerstörte Häuser, was aber kaum an der Nato lag. Viele Dörfer wurden von den Serben dem Erdboden gleichgemacht, die Häuser verbrannt, die Einwohner entweder vertrieben oder getötet, viele Frauen vergewaltigt und erniedrigt.

    Doch die Albaner geben nicht auf. Beim zweiten Besuch nach dem Krieg ein Jahr später waren viele neue Häuser aufgebaut worden und die Stadt Prishtina ist wieder belebt. Es ist eine sehr schöne Stadt, die besonders abends zum Spazierengehen und zum trinken in verschiedenen Cafes einlädt. Ich hoffe trotz allem, das es keine Kriege mehr geben wird und sinnlos Menschen, wo auch immer , getötet werden. Aber das wird wohl immer ein Wunschtraum bleiben, das es überall auf der Welt brodelt. Es wird immer Menschen geben, die sich als Diktatoren aufspielen und versuchen werden, die höchstmögliche Macht an sich zu reissen. Man müsste diesen Menschen von Anfang an diese Chance nehmen, damit es erst gar nicht so weit kommt wie zb . im Kosovo!!!!!

  • Am 21. September 2009 um 20:57, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Sehr richtig, Quellen sind das wichtigste, nicht nur aus Archiven, sondern auch im Umgang mit Menschen, Sprache, Kultur sowie Reisen in verschiedenen Teilen des Balkan.

    1. Richtig, Montenegro kann man von der Geschichte mit dem Kosovo vergleichen, in Montenegro wo auch schon immer Albaner lebten hat die Verdraengung durch die Slawen bis auf den Sueden Montenegros im Laufe der Jahrhunderte funktioniert. Beispiel: Ein gewisser Herr Karadzic wurde in Montenegro geboren und hat fuer die Errichtung Gross Serbiens grauenhaftes ( Srebrenica ) getan, er ist Serbe.

    2. Ab etwa Ende der 80er Jahre wurde die serbisch-orthodoxe Kirche vom Regime bevorzugt und lange für deren nationalistische Zwecke missbraucht. In dieser Zeit wurden im Kosovo massiv orthodoxe Kirchen gebaut. Neben der religiösen Bedeutung hatte das auch den Zweck, das Erscheinungsbild des Landes zu verändern. Die Kosovo-Albaner nennen sie deshalb oft „politische Kirchen“. Die alten Orthodoxen Kirchen, teilweise auf fundamenten Illyrisch/Albanisch Katholischer Kirchen des Kosovo, koennen sie an zwei Haenden abzaehlen, Kosovo ist nicht gross.

    3. Zahlreiche schriftliche Dokumente belegen überdies eindeutig, dass die serbische Annahme nicht zutrifft, ab 1690 habe eine rein oder praktisch rein serbisch besiedelte Landschaft durch serbische Massenflucht und massive Einwanderung aus den nordalbanischen Bergen ihren Bevölkerungscharakter grundlegend gewandelt. Diverse Berichte katholischer Geistlicher – diese Art von Quellen liegt für den untersuchten Raum leider erst ab den 1620er-Jahren vor – bezeugen eine ganz massive Präsenz der albanischen Sprache im Kosovo vor dieser Zeit ( hatte bereits weiter oben erwaehnt, das die albanisch besiedelten Gebiete vor dem Russisch-Osmanisch bzw. Serbisch-Osmanischem Krieg bis nach Nis, Zentral Serbien ) reichten. So gibt eine Aufstellung von 1623 darüber Auskunft, dass sich in Prizren die Bevölkerung von ungefähr 13 000 Personen fast ausschließlich aus Albanern (12 000 Muslime und nur ca. 200 Katholiken) und lediglich aus 600 Serben zusammensetzte. Dieselbe Quelle spricht für das benachbarte Skopje von einer starken, großteils albanisch-muslimischen Mehrheit. Für Prishtina hingegen führt sie an, dass dort neben nicht näher bestimmten Muslimen auch eine große Anzahl Serben leben ( Multikulti Stadt wie etwa Berlin ). Jahrzehnte vor dem vermeintlichen Wendepunkt 1690 siedelten also ausgesprochen viele Albaner im Kosovo. Diese Erkenntnisse der Bevölkerungsgeschichte im Kosovo untermauern auch die Forschungsergebnisse des britischen Historikers Noel Malcolm an zentraler Stelle. Für das gesamte 18. Jahrhundert liegen danach nur ziemlich dürftige Informationen vor, ab 1900 wurden dann in abstaenden Volkszaehlungen durchgefuehrt.

    4. Was die „definiorische Einheitlichkeit“ der Bezeichnung „Gesetzesübertretung“ und „Juristisches Fehlverhalten“ betrifft, bzw. Juristisches Handeln beurteilen will, so braucht es ein Kriterium dafür. Dieses gibt es: Die Gesetze. Richtig ist es sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens zu bewegen, falsch ist es, Gesetze zu übertreten. Im letzten Satz kommt dann aber auch schon die Gesetzesübertretung vor. Wenn man ein Gesetz übertreten hat, dann fällt man automatisch, per Definition in die Kategorie „Juristisches Fehlverhalten“. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob das denn tatsächlich eine Gesetzesübertretung war, ob eine Strafe hier angebracht ist, oder ob es vernachlässigbar ist. Aber sobald man sagt „hier liegt eine Gesetzesübertretung vor“ sagt man automatisch „juristisch gesehen liegt hier ein Fehlverhalten, ein unerwünschtes Verhalten vor“ und Serbien kann mit sicherheit behaupten, dass es sich einige „Juristische Fehlverhalten“ geleistet.

    Empfehlenswert ist das Memorandum von V. Cubrilovic; 1897, Akademiemitglied Jugoslawiens, ehemaliger politischer Berater in der königlichen Regierung. 1914 Mitglied der serbischen nationalistischen Organisation „Neues Bosnien“. Diplom an der Universität Belgrad, ab 1930 dort als Professor an der Philosophischen Fakultät tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war V. C. Minister in verschiedenen Ressorts der Regierung der SFRJ, Mitglied der serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Sekretär der Wissenschaftlichen Abteilung dieser Akademie, Mitglied des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens. 1970 Direktor des Balkanologischen Instituts in Belgrad. Am 7. März 1937 legte er in Belgrad der königlichen Regierung von Stojadinovic seine Denkschrift über die „Vertreibung der Arnauten (Albaner)“ vor.

  • Am 22. September 2009 um 21:43, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Wahrscheinlich kenne ich mich nicht so gut im Kosovo aus, als jemand der dort aufgewachsen ist. Das ist ja selbstverständlich. Ihre Vorwürfe, dass ich meine Meinung von einem serbischen Bekannten einfach abschreibe und dass ich mich nicht informiert habe sind aber unangemessen. Ich habe so viel wie möglich Quelle von allen Seiten gelesen, so wie „unabhängige“ Journalisten und Historiker (falls solche eigentlich existieren), und meine Meinungen sind halt das - meine. Ich nehme weder die Seite der serbischen noch der albanischen Nationalisten, und ich erkenne die Verbrechen beide Seiten (in der letzten Zeit überwiegend von Serben begangen, das kann man kaum kontestieren).

    Ich stelle mir sehr gut vor, dass die Albaner, die so viel im 90ern Jahren gelitten haben, den Serben nicht gerade wohlgesinnt sind. Aber es ist sowohl geschichtlich als politisch falsch zu schweigen, woher dieser Hass auf der Seite der Serben kommt. Wenn man vergisst zum Beispiel, dass Serbien mehrere Jahrhunderte unter der Gewaltherrschaft des osmanischen Reiches litt, während muslimische Albaner bevorzügt würden, oder dass die Serben, zusammen mit den Juden und den Zigeunern, eines der 3 Völker war, die im Holokaust ausgerottet werden sollten, und dass albanische und bosnische SS-Einheiten daran teilgenommen haben, ist es sehr leicht, die Serben als einzige schuldige darzustellen. Ja, es war vor ziemlich lange, aber wie Sie gesagt haben, erinnern sich die Familien über mehrere Generationen, und die Politik Titos von „verziehen und vergessen“ hat nichts dagegen machen können. Mit einem Teil der Wahrheit kann man alles beweisen.

    Ich finde es übrigens traurig, dass Sie die Unterschied zwischen „pro-Völkerrecht“ und „pro-Serbien“ nicht erkennen können, und meinen, dass jeder, der die Sachen anders als aus einem albanischen Standpunkt sieht, entweder Serbe oder von Serben manipuliert sein muss. Ich habe aber die Grunden erklärt, warum ich die Stabilität der Grenzen verteidige: auf dem Balkan kommt vor allem die Tatsache, dass man die interne Grenzen Jugoslawiens als die neue Staatsgrenzen anerkannt hat. Das gefällt nicht jedem, insbesondere nicht den Serben in Bosnien (35%) und in Kroatien (10-12% vor dem Krieg, 5% heute), die im Namen ihres „Rechtes auf Selbstbestimmung“ die Unabhängigkeit erklärt haben, mit der Hilfe Serbiens. Kurz soll keiner das Recht haben, die Grenzen neu zu ziehen nur weil er militärisch stärker ist, ob er Serbe, Albaner, Amerikaner, Deutscher oder wer auch immer ist.

    Und wann hat Milosevic ein ganzes Volk vernichtet, oder versucht, so etwas zu machen? Massaker und Vertreibungen hat es gegeben, die zu den schwersten Verbrechen gegen die Menschheit gehören, aber Vernichtung? Ich finde es interessant, dass so viele Menschen von Genozid im Zusammenhang mit Milosevic sprechen, obwohl es keine einzige eindeutige Beweise dafür gibt. Die einzige Tat in den jugoslawischen Kriegen, die sich als Genozid bezeichnen lassen könnte, ist der Massaker von Srebrenica, und obwohl es eines der schlimmsten Verbrechen der Zeitgeschichte war, kann man es kaum als die „Vernichtung eines Volkes“ beschreiben, was das Wort Genozid eigentlich heisst.

    Ich bleibe bei meiner Meinung, dass die Unabhängigkeitserklärung Kosovos und ihre Anerkennung durch manche Staaten rechtlich ungültig und politisch gefährlich war. Die Völker Kosovos haben ein Recht auf Selbstbestimmung, und ein Rückkehr des Gebiets zu Serbien wäre unmöglich, aber Kosovo ist seit 1999 nur auf dem Papier ein Teil Serbiens, und keiner hat den statu quo ante bellum verteidigt als Antwort. Warum denn diese „Unabhängigkeit“? Warum hat man „Verhandlungen“ geführt, wenn die USA schon vorher gesagt haben, dass Kosovo so wie so unabhängig wird? Zum ersten Mal in Europa seit dem Münchener Abkommen von 1938 hat die internationale Gesellschaft angenommen, dass man die Grenzen durch Gewalt ändern darf. Und als Präzedenzfall ist das sehr gefährlich - fragen Sie mal den Georgiern!

  • Am 22. September 2009 um 21:51, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Unehrlich und ungerecht, die richtige Zahlen zu zitieren? Ich möchte gerne wissen, wie Sie so etwas meinen können - es sei denn, Sie haben bessere Zahlen als die meisten unabhängigen Quellen, in welchem Fall es sowohl mich als auch den ICTY höchstens interessieren würde.

    Und ja, ich ignoriere nicht, was in Srebrenica passiert ist, und dass es eines der schlimmsten Massakern der Zeitgeschichte war. Aber man kennt Srebrenica halt, weil es ein besonders grausamer Einzelfall war, und ich würde es deshalb als „unehrlich und ungerecht“ bezeichnen, wenn Sie es als irgendwie typisch für die Handlung der serbischen Milizen darstellen.

  • Am 23. September 2009 um 19:05, von  Dito Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Nach russischer Lesart hat auch Tiflis mit dem – wie in Moskau immer wieder betont wird – brutalen militärischen Vorgehen gegen die Osseten in Südossetien das Recht auf die Souveränität über dieses Territorium verloren. Mit dem Rückgriff auf Kosovo schneidet sich Russland jedoch ins eigene Fleisch. Moskau hatte noch vor kurzem die Unabhängigkeit Kosovos mit der Begründung abgelehnt, diese verstosse gegen das völkerrechtliche Prinzip der staatlichen Souveränität und der territorialen Integrität. Nun hat Russland im Falle Südossetiens und Abchasiens seine zuvor vielbeschworenen Grundsätze über Bord geworfen und dasselbe getan wie der Westen in Kosovo. Die Führung in Moskau begründete die offizielle Anerkennung der beiden abtrünnigen georgischen Provinzen mit dem in der Uno-Charta verankerten Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Moskau misst diesem Recht, zumindest im Falle Abchasiens und Südossetiens, also mehr Bedeutung bei als der territorialen Integrität eines souveränen Staates, in diesem Fall Georgiens. Was Moskau im Falle Kosovos noch als völkerrechtswidrig verdammte, steht nun, wenn es ins eigene politische Konzept passt, plötzlich im Einklang mit dem Völkerrecht. Konsequenterweise müsste Moskau nun die Unabhängigkeit Kosovos anerkennen.

    Bei allen oberflächlichen Parallelen gibt es weitere sehr gewichtige Unterschiede. So hat Russland, anders als die westlichen Staaten im Falle Kosovos, die Loslösung Südossetiens und Abchasiens aus dem georgischen Staatsverband von Anfang an unterstützt und betrieben. Die EU und die USA haben sich nach dem Unabhängigkeitsreferendum von 1991 kaum um das Schicksal der Kosovo-Albaner gekümmert. Sie liessen die Provinz nach dem Abkommen von Dayton Ende 1995, das den Bosnien-Krieg beendete, links liegen. Das änderte sich das, als es 1998/99 zu bewaffneten Uebergriffen auf die Zivilbevoelkerung im Kosovo kam.

    Soviel zu ihrem „pro-Völkerrecht“.

    Ich finde es vermessen bzw. sie messen mit zweierlei mass wenn sie die Verbrechen an den Juden gleichsetzen ( angedeutetes gleichsetzen ) mit den Verbrechen an den Serben, jedoch gleichzeitig, im selben Atemzug die Verbrechen Milosevic`s verharmlosen bzw. runter spielen.

    Soviel zu ihrem „pro-Serbisch“.

  • Am 24. September 2009 um 18:05, von  Daniel Alexander Als Antwort Die EU und die Kosovo-Frage 3/3

    Zu Südossetien und Abchasien: die russische Politik ist weder rechtlich noch politisch zu rechtfertigen. Aber meistens versucht sich Russland, wie die UdSSR früher, vor allem als gleichberechtigt mit den Westmächten vorzustellen, und findet manchmal nichts besseres dazu, als dem Westen alles nachzuahmen (Vietnam-Afghanistan, Kosovo-Südossetien).

    Zu der Frage des Völkermords: ich messe nicht zweierlei. Es gibt kein Zweifel daran, dass die Politik der Ustashe die Vernichtung des serbischen Volken in Grosskroatien war. Jugoslawische Quellen, so wie Berichte der Wehrmacht und der NSDAP sagen, dass die Kroaten eine Politik von „3 Drittel“ geführt haben: ein Drittel vertrieben, ein Drittel kroatisiert, ein Drittel getötet. So etwas hatten auch die Nazis am Anfang vor, bevor sie sich für die totale physische Ermordung der jüdischen Bevölkerung entschieden haben. Ausserdem waren Serben und Juden in den gleichen Konzentrationslagern interniert, und gleich gefoltert und getötet. Wie kann ich es also gleichstellen? Sehr leicht! Und ich bin gar nicht der einzige; sogar Simon Wiesenthal hat es gemeint, und er soll es doch wissen.

    Dagegen habe ich die Verbrechen von Milosevic nicht „heruntergespielt“ oder „verharmlost“, und es erstaunt mich, dass man so etwas in meinen Worten sehen könnte. Ich habe nur gesagt, (erstens) dass die Massaker sich auf keinem Fall als Völkermord bezeichnen lassen, (zweitens) dass die UCK auch Verbrechen gegen Zivilisten aller Herkunfte, die sich nicht nur als ’Rache’ gegen den Serben bezeichnen lassen und die genauso grausame Fälle einschliessen, als ähnliche Taten der JNA, (drittens) dass die Informationen, auf Grund dessen die NATO das ’humanitarisches’ Krieg angefangen hat meistens falsch waren (100000 Tote? Ausrottungsplan?), und (viertens) dass die meisten serbischen Verbrechen gegen Zivilisten erst nach dem Anfang der Bombardierung stattgefunden haben. Das sind alle faktische Aussagen, die entweder richtig oder falsch sind (laut der grossen Mehrheit der Quellen richtig).

    Vielleicht ärgert es sie, wenn ich nicht sage, dass die Serben alles angefangen haben, dass sie immer die Haupttäter gewesen sind, und dass die Albaner nur darauf reagiert haben. Ich habe mich aber von allen Seiten informiert, und kann so etwas nicht mit gutem Gewissen behaupten. Keiner kann die ganze Wahrheit kennen, und die Schuld der einen und der anderen perfekt messen. Aber wenn ich „vermesse“, wie Sie es sagen, würde ich es tausendmal gerner machen durch eine übermessene Neutralität, die die Verbrechen aller Seiten so nüchtern und so kalt statistisch wie möglich erkennt, mit dem Risiko, dass man die „eher-Täter-als-Opfer“ und die „eher-Opfer-als-Täter“ gleichstellt, als durch die Behauptung, dass die Serben und Milosevic die einzige Verantwortliche sind (unsere Regierungen und Journalisten haben es gesagt, und sie haben halt immer Recht), so sei es immer gewesen, und wer etwas anderes meint verbreitet serbische Propaganda.

    Ich glaube, dass wir uns nie einigen werden. Sie haben mich schon - so scheint es mir - als serbischer Propagandist eingestuft, und ich kann nichts dagegen tun, auch wenn ich hier ganze Bücher von Beweisen und argumenten schreiben würde. Ich möchte nur sagen, dass es ungerechtfertigt und überhaupt ungerecht ist. Ich habe die Frage des Kosovos sorgfältig studiert, und nicht mit der Absicht, die einen oder die anderen als ’gute’ oder ’schlechte’ darzustellen. Wertbeurteilung gehören halt nicht zu der Geschichte.

    Hier stehe ich, ich kann nichts anders.

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